Das Schulhaus-Projekt wird sehr heiss diskutiert

Visualisierung des Anbaus (links)

Der geplante Anbau ans Schulhaus 1958, über den am letzten November-Wochenende abgestimmt wird, erhitzt und spaltet die Gemüter weiter. Die Parteien sind sich nicht einig: SVP und FDP sagen Nein zum Geschäft, SP und CSP befürworten es, die CVP hat als dritte Partei nun ebenfalls die Ja-Parole beschlossen. Zu diesem Geschäft fand hier eine sehr rege Diskussion statt. Bereits sind rund 20 Kommentare online. Sie finden neu auch die Original-Stellungnahmen von drei Parteien.

Anbau links (Farben dienen einzig der Orientierung)

Neben der Sanierung des Schulhauses für 1,5 Mio. Franken  ist auch eine Erweiterung mit zusätzlichen Kosten von 1,6 Mio. Franken geplant. Die Sanierung ist Teil des Budgets, über das an der Gemeindeversammlung abgestimmt wird, über den Ausbau (Kreditgeschäft) muss abgestimmt werden. Nach Ansicht des Gemeinderates ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt für den Anbau: „Der bereits seit längerem bekannte Bedarf an Gruppenräumen für die Umsetzung des kantonalen Bildungsgesetzes sowie der zu erwartende zukünftige Bedarf an Schulräumen kann äusserst kostengünstig und innerhalb des bestehenden Schulareals realisiert werden.“

60 Schüler mehr in 5 Jahren

Der Gemeinderat argumentiert, gemäss Hochrechnungen sei „in den kommenden Jahren mit einem steten Anstieg der Schülerzahlen“ zu rechnen, die Schule müsse sich „bis zu Beginn des Schuljahres 2015/16 auf eine Zunahme von ca. 60  Schülern einzustellen.“  Das Projekt wurde auf diese Entwicklung der Schülerzahlen abgestimmt. Dank der gleichzeitig geplanten Sanierung und der bereits vorhandenen Grundinfrastruktur könne man Synergien und Kosten sparen, so der Gemeinderat.

[ad code=2]Mit dem Ausbau werde „einerseits Schulraum für die zur Umsetzung des kantonalen Bildungsgesetzes nötigen Gruppenräume und den vom Gemeinderat bereits beschlossenen Modellwechsel der Oberstufe“ (Integrierten Orientierungsschule IOS) geschaffen, anderseits rüste sich die Gemeinde „aber insbesondere auch für den künftigen Bedarf an Schulraum auf Grund der Zunahme der Schülerzahlen. “

Interessant ist, dass der Gemeinderat im Mai, als er erstmals von einem Anbau schrieb, kein einziges Wort über die Zunahme der Schülerzahlen verlor. Im Vordergrund standen damals die neu nötigen Rüume für die Oberstufe. Heute tönt es eher umgekehrt. Auch auf der von der Schule aufgeschalteten Webseite anbau-ja.ch findet sich kein Hinweis auf die steigenden Schülerzahlen.

Parteien orten Widersprüche

Dieser Widerspruch ist auch der FDP aufgefallen, die darauf hinweist, dass die Zahl der Schulkinder von 2002 bis 2010 um 100 gesunken sei. Sie zeigt sich darum „über die Dringlichkeit wie auch den Umfang ziemlich überrascht.“  Eine klare Parole hat sie im Alpnacher Blettli noch nicht mitgeteilt. Inzwischen hat sie sich nochmal mit der Vorlage befasst und eine Nein-Parole beschlossen (siehe Link am Schluss des Artikels). Ihre Argumentation: „Auch wenn mit Zuzügen und Wachstum gerechnet wird, erwarten wir vom Gemeinderat einen Marschhalt und können die Vorlage derzeit nicht unterstützen. Insbesondere auch nicht, weil die Finanzen keine Lösungen im Wunschbereich erlauben.“ Diese hat die SVP gefasst. Sie spricht von Salamitaktik, weil zuerst die Umstellung auf die integrative Schule beschlossen worden sei und im nachhinein gesagt worden sei, nun brauche es mehr Raum. Auf die Gemeinde kämen grosse andere Investitionen zu, weshalb dieser Bau abzulehnen sei. Die SVP glaubt auch, dass die Schülerzahl von 720 (wie im Jahre 2002) auch dann nicht mehr erreicht werden, wenn alle im Bau stehenden Wohnungen gebaut seien.

Neu: Die CVP hat nun auch ein Ja beschlossen: Die Erweiterung des Schulhauses schaffe „dank der bereits vorhandenen Infrastruktur äusserst kostengünstig und innerhalb des bestehenden Schulareals“ zusätzlichen Schulraum. „Es ist eine einmalige Chance, den Neubau gleichzeitig mit der Sanierung des bestehenden Gebäudes zu realisieren und damit Synergien zu nutzen und Kostenersparnisse zu erzielen.“ Der Anbau decke den Bedarf nach Gruppenräumen und den künftigen Bedarf an Schulräumen, indem man so auf die Zunahme der Bevölkerung und die Entwicklung der Schülerzahlen reagieren könne. Der Anbau sei „eine sinnvolle Investition in die Standortattraktivität von Alpnach“ und helfe Provisorien zu vermeiden.

Die CSP sagt Ja zur  Investition. „Diese Verbindung von notwendiger Sanierung und sinnvoller Ergänzung (…) zeigt, dass hier sorgfältig und verantwortungsvoll mit Steuergeldern umgegangen wird.“ Ergänzung vom 10.11.2010: Die  SP hat ihre Unterstützung in einem Flugblatt kundgetan.

Die Diskussion zu diesem Thema ist beendet, die Kommentarfunktion wurde ausgeschaltet

>> Wie der Gemeinderat im Mai argumentierte

>> Medienmitteilung der Gemeinde

>> Die Argumente der Schule

>> Die Argumentation der FDP

>> Die Stellungnahme der CSP

>> Die Stellungnahme der CVP


20 Kommentare zu "Das Schulhaus-Projekt wird sehr heiss diskutiert"

  1. Werni Birrer, SVP-Präsident | 8. November 2010 um 21:31 Uhr |

    Ein unglücklich und überstürzt aufgegleistes Projekt soll auch mit Hilfe eines Fragen aufwerfenden Flyers der Lehrerschaft „durchgeboxt“ werden.
    Der Gemeinderat hat in einer unbedarften Weise mit dem Beschluss zur Einführung des IOS-Schulmodells JA zum Millionen-Anbau SH 58 gesagt und erwartet am 28.11.2010 die Zustimmung der BürgerInnen.
    Nun wird alles versucht, die Steuerzahler für den Mio-Anbau zu gewinnen. Ein in alle Haushalte verteilter Flyer der Lehrerschaft wirbt für ein JA zum Anbau. 92 Lehr-Personen sind auf dem Flyer aufgeführt. Von diesen 92 Personen haben 58 Personen (63% der Aufgeführten)in anderen Gemeinden Wohnsitz und zahlen demzufolge auch keine Steuern in Alpnach!!

    Immerhin sind jene drei Lehrer in Alpnach steuerpflichtig, denen man Raum für einen, den Anbau befürwortenden, Leserbrief im gemeindeeigenen, – von der Gemeinde finanzierten Info-Blettli zugestand. Ob man den Gegnern des Mio-Anbau’s dies auch zugestanden hätte?

    Werni Birrer
    Tel. 079 750 14 30

  2. Hansruedi von Reding | 9. November 2010 um 16:33 Uhr |

    Ich gehöre zu den Lehrpersonen, die nicht in Alpnach wohnen. Trotzdem getraue ich mich, hier ein paar Gedanken zu äussern. Seit acht Jahren arbeite ich an der Orientierungsstufe und habe dabei erfahren, dass der Schulrat und die Schulleitung von Alpnach immer sehr haushälterisch mit den zur Verfügung stehenden Finanzen umgegangen sind. Der nun ins Auge gefasste Anbau zeugt von einer klugen und vorausschauenden Planung.

    Die demokratisch gewählten Gremien haben weder überstürzt noch unglücklich geplant. Wer etwas länger als Herr Birrer in Alpnach wohnt, weiss, dass hier besonnene Räte am Werk sind und keine Fantasten. Diese Räte wollen weder eine Schnellschusslösung noch einen Luxusbau! Sie wollen auch nicht mit einer Salamitaktik etwas erschleichen. Alle Pläne liegen offen vor. Sie haben klar erkannt, dass ein Anbau bei der gleichzeitigen Rennovation des 1958er-Schulhauses die weitaus billigste Lösung des Raumbedarfs darstellt. Ich hoffe, viele Alpnacherinnen und Alpnacher werden erkennen, dass sie mit einem selbstbewussten Ja zum Anbau einen Beitrag zu einer nachhaltigen Schulentwicklung leisten können. Sie dürfen den von ihnen gewählten Mitbürgerinnen und Mitbürgern im Schul- und Gemeinderat vertrauen.

    Machen Sie sich am besten selber ein Bild und besuchen Sie morgen die Informationsveranstaltung der Gemeinde und überzeugen Sie sich neben dem sofortigen Nutzen auch von den mittel- und langfristigen Vorteilen der vorgeschlagenen Lösung!
    Hansruedi von Reding

    Mittwoch, 10. November 2010 20.00 Uhr
    Singsaal Schulhausareal Alpnach Dorf

  3. Leo Wallimann-Durrer, SP Alpnach | 10. November 2010 um 20:29 Uhr |

    Gemäss obigem Artikel soll sich die SP zur Erweiterung des Schulhauses noch nicht geäussert haben. Das stimmt nicht. Der Vorstand hat sich schon länger entschieden die Erweiterung zu unterstützen. Siehe Flugblatt vom 5.11.2010.

    Schulhauserweiterung JA. Bildung ist unser Kabital!
    – Investierern wir in unsere Zukunft
    – Investieren wir in die Zukunft der Kinder

    Anmerkung des Webmasters:
    Der Artikel entstand aufgrund der Äusserungen im Alpnacher Blettli bzw. direkten Mitteilungen der Parteien. Von der SP war diesbezüglich nichts zu erfahren. Es stimmt jedoch, dass ein solches Flugblatt erschienen ist.

  4. Oski Langensand | 11. November 2010 um 5:43 Uhr |

    Ich finde es nicht sehr stilvoll, wenn nun versucht wird, in einer klaren Sachfrage die Leute, welche sich offen äussern zu kategorisieren und deren Meinungsfreiheit abzuqualifizieren. Gute Ideen und Beiträge zur Meinungsbildung sollen Platz haben unabhängig ob sie von innen oder von aussen kommen. Aber nun zur Sache:
    Es gibt zwei klare Elemente die in einer solchen Frage geklärt sein müssen: Die Bedarfslage und die wirtschaftlichste Lösung, um diese abzudecken. Die Bedarfslage für dieses Projekt ist gegeben: Dringender Sanierungsbedarf eines über 50jährigen Gebäudes, die künftige Entwicklung des Raumbedarfs und der Schulsystemwechsel (Kompetenzentscheid beim Gemeinderat) Als Grundlage der Lösungssuche wurde über die ganze Schulanlage auf vorbildliche Weise ein Nutzungskonzept erstellt. Mit dem gewählten Anbau wird die kostengünstigste und wirtschaftlichste Lösung präsentiert. Die Projektlösung bildet somit die logische Konsequenz der genannten Grundlagen und Vorplanungen.

    Bleiben wir sachlich – werden wir nicht ideologisch, dann ist einiges klarer!

    Herzliche Grüsse
    Oski Langensand

  5. Sibylle Wallimann, Gemeinderätin | 11. November 2010 um 22:04 Uhr |

    Die offizielle Informationsveranstaltung zur Abstimmungsvorlage hat gestern Abend leider ohne die Vorstands-Vertretungen der FDP und SVP stattgefunden. Dies ist sehr bedauerlich, hätte doch so eine kritische und offene Diskussion stattfinden können.
    Mit Erstaunen habe ich aus der Presse erfahren, dass die FDP – schon vor dem Informationsabend -, mit rückwärts-gerichteten Zahlenreihen begründet, ihren Sparwillen ausgerechnet bei einer Investition für die Zukunft unseres Dorfes und Familien demonstrieren will und die Vorlage ablehnt.
    Das Fernbleiben der offiziellen SVP-Vertreter zeigt mir einmal mehr, dass es dieser Partei um’s NEIN und Schlagwörter geht und sie keinen Platz für die Diskussion zulässt .

    Für unsere Schulkinder (um sie geht es hier!) ist dies sicher nicht förderlich.

    Sibylle Wallimann, Schulratspräsidentin

  6. Birrer Werni, SVP-Präsident | 11. November 2010 um 23:56 Uhr |

    Frau Schulratspräsidentin Sybille Wallimann bedauert im obigen Kommentar, dass keine Vorstandsvertretung der SVP an der Informationsveranstaltung der Schule teilgenommen hat. Das ist richtig, wir blieben fern!
    Nachdem der Gemeinderat wie die Schule via diverser Medien (Blettli, Website „Anbau-ja“, Lokalzeitungen) wie auch anl. der Durchführung des Behördentages an der Schule umfassend informiert haben und Vertreter der SVP sich eingehend mit den Schulmodellen, dem vorliegenden Projekt wie auch anderen mitentscheidenden Grundlagen zur Meinungsbildung befasst haben, befanden wir es tatsächlich für überflüssig, an der Info-Veranstaltung teilzunehmen.
    Kommt dazu, dass sich die SVP als erste Partei seit Monaten – dokumentiert in den Beiträgen im „Blettli“ – mit der Schule bzw. der Vorlage befasst hat und sich pointiert dazu geäussert hat.
    Die nachfolgend zitierten Aussagen von Frau Wallimann wie; „Das Fernbleiben der offiziellen SVP-Vertreter zeigt mir einmal mehr, dass es dieser Partei um’s NEIN und Schlagwörter geht und sie keinen Platz für die Diskussion zulässt“ – wären denn auch eine unvorteilhafte Voraussetzung für einen Austausch gewesen. Diese Haltung Andersdenkenden gegenüber lässt denn auch eher Rückschlüsse auf den Absender zu und braucht wohl nicht weiter kommentiert zu werden.

    Der Alpnacher Souverän sieht sich vor die Frage gestellt, ob die Schulinfrastruktur ausgebaut werden soll oder nicht. Als Entscheidungsgrundlage sprechen wir als Gegner – nebst den in unseren Verlautbarungen aufgeworfenen Fragen zur Schule – auch die finanzielle Ebene, das finanzielle Umfeld an, in welchem dieses Projekt umgesetzt werden soll.
    Unsere Erwägungen und Positionen zum Anbau sind bekannt und werden von unvoreingenommenen Bürgerinnen und Bürger bestimmt in ihre Entscheidung miteinbezogen werden.

    Werni Birrer, Präsident SVP Alpnach

  7. Charly Pichler | 12. November 2010 um 10:47 Uhr |

    Oski Langensand schreibt richtig: Bleiben wir sachlich – werden wir nicht ideologisch, dann ist einiges klarer!

    Leider scheint es in dieser Angelegenheit sehr schwierig. Vor allem dann, wenn über Alpnacherblettli und Leserbriefe Sachverhalte bewusst und ideologisch aus dem Zusammenhang gerissen werden und weiter schlussendlich die Exponenten sich nicht direkt der Diskussion stellen.
    Kritisch zu sein ist die Aufgabe der Bevölkerung und aller politischen Parteien. (Wikipedia=Kritik (französisch: critique; ursprünglich griechisch: κριτική [τέχνη], kritikē [téchnē], abgeleitet von κρίνειν krínein, „[unter-]scheiden, trennen“) bezeichnet „die Kunst der Beurteilung, des Auseinanderhaltens von Fakten, der Infragestellung“ in Bezug auf eine Person oder einen Sachverhalt.)
    In dieser Debatte geht es oftmals eher gegen Personen bzw. den Gemeinderat oder die Lehrerschaft. Dies ist kleinkariert und unserer Demokratie unwürdig.

    Mich persönlich hat beeindruckt wie die Lehrerschaft und der Gemeinderat auf sachlicher Ebene das Geschäft an die Bevölkerung bringen. Dazu ist zu bemerken, dass jeder intelligente Mensch die finanziellen Vorteile nachvollziehen kann. Auch wenn die Schülerzahlen allenfalls nicht so ansteigen, wie es die jetzige Schätzung beinhaltet, ist doch festzuhalten, dass wir in Alpnach bisher nie an leer stehenden oder unbenutzten Schulräumen zu leiden hatten, eher im Gegenteil.

    Aus Überzeugung und mit der Sicherheit, dass für die Gemeinde dadurch kein Schaden entsteht und unsere Kinder und Kindeskinder davon nur profitieren werden, werfe ich ein klares Ja in die Urne.
    Und Sie!

  8. Jost Barmettler | 12. November 2010 um 20:03 Uhr |

    Als Finanzfachmann setze ich mich seit Jahren mit der Entwicklung der Gemeindefinanzen auseinander. Die Defizite der Gemeinde Alpnach in den letzten Jahren sind erheblich. Diese Situation würde die zuständige Behörde – Gemeinderat – verpflichten, die Ausgaben vermehrt nach den Einnahmen auszurichten!
    Bei der Kreditvorlage für die Erweiterung des Schulhauses ist für mich der Entscheidungsweg nicht nachvollziehbar. Zuerst entscheidet der Gemeinderat über ein neues Schulsystem – übrigens ein System, dass in grösseren Kantonen in der Schweiz wieder rückgängig gemacht wird – welches zusätzlichen Raumbedarf und Investitioen auslöst, die nicht in den Zuständigkeitsbereich des Gemeinderates fallen. Dies ist in einer Demokratie, wie wir sie kennen, der falsche Weg. Der Stimmbürger und Steuerzahler wird somit unter vollendete Tatsachen gestellt, mit der Zustimmung zur Kreditvorlage den Entscheid des Gemeinderates zu sanktionieren.
    Sehr erstaunt hat mich, dass 63% der Lehrpersonen in einer anderen Gemeinde den Wohnsitz haben, also in Alpnach keine Steuer zahlen, aber sich in eigener Sache für das Projekt einsetzen. Die Aussage eines auswärtig wohnenden Lehrers, dass der Schulrat und die Schulleitung mit den Finanzen haushälterisch umgehen, wage ich zu bezweifeln.
    Aus den dargelegten Gründen werde ich, wie viele andere Stimmbürger und Steuerzahler, dem Kredit für den Ausbau des Schulhauses nicht zustimmen.

  9. Bernadette Halter | 14. November 2010 um 17:20 Uhr |

    Erweiterung des Schulhauses 1958

    Die geplante Erweiterung ist alles andere als ein überstürzt aufgegleistes Projekt! Der Gemeinderat und der Schulrat haben in ständiger Auseinandersetzung mit der Schulleitung und der Lehrerschaft während der letzten Jahre sorgfältig die Weiterentwicklung der Schule Alpnach gesteuert, begleitet und gefördert. Die Schule ist in ständiger Bewegung, sie pflegt Bewährtes und passt sich neuen Gegebenheiten und Auflagen an.
    So ist beispielsweise der alt bekannte Frontalunterricht, wo in einer Klasse alle Schülerinnen und Schüler zur gleichen Zeit an den gleichen Aufgaben arbeiten, zunehmend durch Gruppen- und Projektuntericht ergänzt worden. Die heutigen Unterrichtsformen berücksichtigen vermehrt die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen eines jeden Kindes. So lernen die einzelnen Schülerinnen und Schüler einer Klasse in unterschiedlichem Tempo, in unterschiedlichem Umfang und in unterschiedlicher Tiefe am selben Lerngegenstand. Dabei werden einzelne Kinder oder Schülergruppen von Förderlehrpersonen gezielt unterstützt.
    Das ist eine grosse Herausforderung für unsere Lehrpersonen. Unsere Alpnacher Lehrerinnen und Lehrer haben sich während der letzten Jahre gemeinsam und kontinuierlich mit neuen Unterrichtsformen auseinandergesetzt. Aber es braucht auch eine angemessene Infrastruktur dazu, insbesondere Gruppenräume. Diese fehlen an unserer Schule, vor allem für die Primarschulklassen. Im Raumnutzungskonzept wurde darauf bereits hingewiesen.
    Der Erweiterungsbau ermöglicht einen Wechsel der Integrativen Orientierungsstufe vom Schulhaus 03 ins Schulhaus 58 und schafft im Gegenzug für die Primarstufe die dringend notwendigen Räumlichkeiten für heutige Unterrichtsformen.
    Was ist daran so schlecht, wenn die Errichtung der dringend benötigten Schulräume nun mit der ohnehin notwendigen Renovation gekoppelt wird? Was hindert uns daran, einen derart wirtschaftlich interessanten und für die Schule praxistauglichen Lösungsvorschlag umzusetzen?
    Denn der vergleichsweise kostengünstige Erweiterungsbau ermöglicht tatsächlich viel:
    – Gruppenräume für die Primarschule
    – Lernräume für die Integrative Orientierungsschule
    – für jede Schülerin, jeden Schüler der Orientierungsschule einen festen Arbeitsplatz
    – Arbeitsräume für die Lehrpersonen
    Ich ersuche die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger um ein überzeugtes Ja zur Erweiterung des Schulhauses 1958.

    Bernadette Halter, ehemalige Schulratspräsidentin

  10. Antwort an Sybille Wallimann:

    Frau Wallimann stellt fest, dass weder ein Vertreter der SVP noch der FDP an der Informationsveranstaltung anwesend war. Gemäss meinen Wahrnehmungen glänzten auch der Gemeindepräsident und der Vizepräsident mit Abwesenheit – was hat das wohl zu bedeuten? Sind sie nicht ganz überzeugt von ihrem Projekt oder fürchten sie Fragen der Steuerpflichtigen?
    Im übrigen stelle ich hier nochmals die Frage, die mir am Mittwochabend niemand zufriedenstellend beantwortet hat. Wieviele Reserveräume bzw. -plätze sind im Anbauprojekt enthalten. Wenn ich nämlich die Botschaft genau studiere, so sind 58 Schülerpulte angeordnet. Gemäss meiner Feststellung besteht in den neuen Räumen höchstens Kapazität für weitere vier Arbeitsplätze. Wenn wir in den nächsten Jahren mit der „angedrohten“ Schülerzunahme rechnen müssen – wo sollen dann die zusätzlichen Schülerarbeitsplätze eingerichtet werden? Es wurde von vierfach geführten Klassen in der Primar gesprochen, anderseits von 60 IOS-Schülern pro Jahrgang. Kann es sein, dass wir in Zukunft an der Schule Alpnach von 15er Klassen sprechen, da wir ja kaum erwarten können, dass pro Jahr 12 – 20 Schüler das Untergymi in Sarnen besuchen? Wenn ja, frage ich mich, wer das finanzieren soll, wenn nein, interessiert mich eben die von mir gestellte Frage. Wohin mit den überzähligen Schülern?
    Noch eine letzte Bemerkung zum Infoabend. Wieso wurde so intensiv über den anstehenden Modellwechsel von der KOS zur IOS diskutiert, obwohl die Stimmberechtigten dazu gar nichts zu sagen haben? Nach meiner Meinung war das ein deutliches Zeichen, dass die Bevölkerung mit der Dauerbaustelle Schule ihre liebe Mühe hat!

  11. Hansruedi von Reding | 14. November 2010 um 22:30 Uhr |

    Berechtigte Bedenken : Dauerbaustelle oder nachhaltige Lösung ?!

    Ich bin sehr froh über die Bedenken von Herrn Vogler. Sie sind für mich nachvollziehbar und nicht nur diffus.
    Die Beantwortung der meisten Fragen liegt nicht in meiner Kompetenz.
    Aber die letzte Aussage zum Thema Dauerbaustelle hat mich angesprochen.

    Man wundert sich, wieso sich nebst den ansässigen so viele auswärtige Lehrpersonen für den Anbau einsetzen. Wieso kommen diese dazu, aus dem eigenen Sack eine Flugblattaktion zu berappen, und mit ihrem Namen gerade zu stehen? Die Lehrpersonen, und mit ihnen die Schülerinnen und Schüler, sind sehr direkt von den Auswirkungen dieser Abstimmung betroffen. Der Ausgang der Abstimmung wird unsere Arbeit in den kommenden Jahren sehr einschneidend beeinflussen.

    Die neuen Schulformen fordern uns Lehrpersonen pädagogisch, zeitlich und persönlich in nie dagewesener Weise heraus. Wir fürchten uns bei einem Nein davor, noch mehr Energie und Arbeitszeit in provisorische Lösungen investieren zu müssen.

    Ein Nein zum Anbau verlängert die Dauerbaustelle Schule!
    Es bindet auf Jahre hinaus mit noch ungewissen Konzepten Kräfte und Steuergelder ohne nachhaltigen Gegenwert. Das wollen wir nicht. Ein Ja zum Anbau wird nicht alle Probleme lösen helfen, aber es löst viele Probleme zu einem ausgesprochen günstigen Preis.

    Ein Ja zum Anbau gibt uns Lehrpersonen die Hoffnung, dass wir uns bald vermehrt den Schülerinnen und Schülern widmen können. Das wollen wir!

    Hansruedi von Reding, Klassenlehrer KOS 3b

  12. Präsident SVP Alpnach | 15. November 2010 um 0:13 Uhr |

    Antwort an Herr Vogler Alois / Fehlen der Vertretung der SVP Parteileitung an der Info-Veranstaltung.

    Mir ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass es nicht die Absicht der SVP war, eine Info-Veranstaltung zu ignorieren. Vielmehr sind wir der Meinung, dass wir für unsere Meinungsbildung über genügend Informationen verfügen. Da brauchen wir einer den Anbau befürwortenden Info-Veranstaltung nicht beizuwohnen.

    Nachdem der Gemeinderat wie die Schule via diverser Medien (Blettli, Website “Anbau-ja”, Lokalzeitungen) wie auch anl. der Durchführung des Behördentages an der Schule umfassend informiert haben und Vertreter der SVP sich eingehend mit den Schulmodellen, dem vorliegenden Projekt wie auch anderen mitentscheidenden Grundlagen zur Meinungsbildung befasst haben, befanden wir es tatsächlich für überflüssig, an der Info-Veranstaltung teilzunehmen.
    Kommt dazu, dass sich die SVP – als erste Partei – seit Monaten mit der Schule bzw. der Vorlage befasst und sich im „Alpnacher Blettli“ pointiert dazu geäussert hat.
    Unsere Argumente gegen den Anbau wie auch unsere Vorbehalte gegenüber der zeitgenösschischen BIldungspolitik haben wir also dargelegt.

    Unsere Erwägungen und Positionen zum Anbau sind nicht zu korrigieren, sind bekannt und werden von unvoreingenommenen, kritischen Bürgerinnen und Bürgern – diese allein sind jetzt unsere Dialogpartner – bestimmt in ihre Entscheidung an der Urne miteinbezogen werden.
    Werni Birrer, Präsident SVP Alpnach

  13. Zu den von Alois Vogler geäusserten Fragen über meine Abwesenheit, auf die ich gerne antworte, weil ich sie andernorts auch schon gehört habe:

    1. Der ganze Gemeinderat steht hinter dem Projekt, insbesondere auch der Gemeindepräsident – und zwar mit Überzeugung (wer mein letztes Editorial im Alpnacher Blettli gelesen hat, weiss das).

    2. Der Gemeinderat funktioniert arbeitsteilig. Der Gemeindepräsident ist nicht diktatorischer Herr über alle Sachgeschäfte. Die Departementsvorsteher sind durchaus in der Lage, ihre Geschäfte selber zu vertreten. Ich bin sicher, die Teilnehmer wurden von der Sachkompetenz der beiden Gemeinderätinnen, in deren Departemente das Geschäft fällt, nicht enttäuscht.

    3. Im November (bis in den Dezember hinein) ist mein Terminkalender jeden Abend mit Terminen besetzt, die ich für die Gemeinde wahrnehme. Wenn es zuweilen zu Terminkollisionen kommt, lese ich danach aus, wo ich mehr von Nutzen bin. Wenn bereits zwei kompetente Mitglieder der Bevölkerung alle nötigen Informationen geben können, dann vertröste ich nicht gerne die Teilnehmer anderer Sitzungen, nur um auch noch da gewesen zu sein.

    4. Sollte trotzdem noch das Bedürfnis bestehen, mit mir über das Sachgeschäft zu diskutieren, stehe ich natürlich gerne zur Verfügung. Meine Kontaktdaten finden Sie auf http://www.alpnach.ch.

  14. Walter Wyrsch, CSP-Präsident | 16. November 2010 um 9:35 Uhr |

    Guten Tag allerseits

    ich erlaube mir noch auf das SVP-seitig lancierte und von Jost Barmettler ebenfalls erwähnte Thema der „nicht am Ort wohnhaften Lehrpersonen“ zurückzukommen.
    In einer mobilen Gesellschaft wohnen und arbeiten Menschen zunehmend nicht mehr am selben Ort. Die Gemeinde Alpnach ist hier gerade ein Musterbeispiel dafür, dass man sich in diesem Segment auch ganz gezielt positionieren kann – eben eine attraktive Wohngemeinde sein kann. Arbeitsplätze hätte es ja wohl kaum für alle in Alpnach wohnhaften in der Gemeinde selbst.
    So kommt es, dass in Alpnach zum Beispiel viele Lehrpersonen wohnen die nicht an unserer Schule arbeiten sondern ihr Geld in Sarnen, Luzern oder Zug (um einige Beispiele zu nennen die ich persönlich kenne) verdienen und die zu unserem Glück ihr gutes Einkommen hier bei uns in Alpnach versteuern. Ich nehme an, dass wir hier im gesamten wohl die Waage halten zwischen hier wohnenden und arbeitenden Lehrpersonen. Es ist sogar gut eine Positivbilanz möglich, das heisst also mehr in Alpnach wohnhafte Leute mit einem auswärtigen Engagement im Bildungsbereich als umgekehrt.
    Die erwähnte Kritik an diesem Fakt erscheint mir etwas gar kleinmütig, wenn nicht sogar kleinkrämerisch.
    Sicher aber war sie einem guten Verhältnis zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Eltern und Lehrpersonen nicht förderlich.
    Ich erlaube mir in diesem Zusammenhang auf etwas hinzuweisen, was mich an unserer Schule immer wieder sehr freut. Wir haben hier in Alpnach sehr viele engagierte Lehrpersonen, Lehrerinnen und Lehrer welche ihrem Beruf mit Freude nachgehen, welche einen guten Draht zu den Kindern haben, welche auf der Orientierungsstufe auch einen guten Kontakt in die Berufswelt hinaus haben, welche auch mit ihrer persönlichen Haltung eine Vorbild sind, und so weiter. Genau von diesen engagierten Menschen profitieren unser Kinder.
    Ich betone das so stark, weil ich aus verschiedenen Einblicken an andern Orten auch weiss, dass das nicht selbstverständlich ist. Ich kenne auch Schulen mit völlig abgelöschten Lehrpersonen und einer unfreundlichen Stimmung. Ich weiss auch von Schulen an denen ein garstiges Klima herrscht.
    Seien wir uns also bewusst, dass wir uns hier in Alpnach noch in einer diesbezüglich heilen Welt befinden!
    Mir sind Lehrpersonen welche sich in einem öffentlichen Flugblatt für eine fortschrittliche Schule und einen attraktiven Arbeitsplatz einsetzen eine echte Freude! Sie zeigen genau das, was man vielerorts bei den Lehrpersonen vermisst: Engagement und das nicht nur im Unterricht sondern auch im Einsatz für ihren Betrieb. Sie nehmen dafür sogar Geld in die Hand und finanzieren das Flugblatt selbst. Da wäre doch mancher Betrieb froh um so engagierte Mitarbeitende.

    Walter Wyrsch

    PS: Ich verdiene mein Geld auch ausserhalb der Gemeinde, so wie übrigens viele Textverfasser hier auch!

  15. Thomas Küchler, Gemeinderat | 16. November 2010 um 22:47 Uhr |

    Grundsätzlich lasse ich mich als Mitglied des Einwohnergemeinderates nicht in eine Diskussion auf diesem Wege ein.

    Da ich und meine Partei jedoch persönlich von Herr Alois Vogler angesprochen sind, oder mir sogar Vorwürfe gemacht werden, muss ich folgendes festhalten:

    Die Ortspartei FDP.die Liberalen war an der Informationsveranstaltung durch Herr Walter Hug (alt Kantonsratspräsident, Kantonalvorstandsmitglied FdP.die Liberalen) anwesend.

    Ich als Einwohnergemeindevizepräsident habe mich frühzeitig im Einwohnergemeinderat für diese Veranstaltung entschuldigt. Vielleicht wurde dies nicht erwähnt. Leider musste ich an diesem Abend an einem geschäftlichen Anlass teilnehmen. Der Bereich Bildung liegt mir jedoch sehr am Herzen. Deshalb habe ich jeweils an den Behördentagen mit der Schule mit grossem Interesse teilgenommen. Also, von „durch Abwesenheit geglänzt“ kann so nicht die Rede sein.

    Schauen wir jedoch den Tatsachen in’s Auge:

    Der Einwohnergemeinderat hat dieses Sachgeschäft zur Abstimmung gebracht und zwar nicht an der Gemeindeversammlung, sondern als Urnengeschäft. Dies spricht doch auch für Fairness, weil die Stimmbeteiligung höher sein wird als an einer Gemeindeversammlung.

    Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben die Möglichkeit dieses Geschäft am 28. November zu genehmigen oder abzulehnen.

    Der Einwohnergemeinderat wird das Resultat dieser Abstimmung akzeptieren.

    Dies ist echte Demokratie und nicht Polemik. Also, lassen wir die Demokratie leben.

    Thomas Küchler
    Einwohnergemeindevizepräsident

  16. W. Birrer-Plüss, SVP-Präsident | 17. November 2010 um 0:38 Uhr |

    Mio-Schulhausanbau: Nicht alle zahlen mit, die nicken!

    Lieber Walter Wyrsch; so kann man das auch sehen…
    Über 60% der 92 Lehrpersonen und Bediensteten, welche auf einem in alle Haushalte verteilten Flyer das Ja zum Mio-Anbau empfehlen, würden – im unglücklichen Fall einer Annahme der Vorlage – keinen Steuerbatzen für die 1.5 Mio-Investition des unnötigen Anbau’s aufwänden müssen. Sie alle haben den Wohnsitz nicht in Alpnach und zahlen hier demzufolge auch keine Steuern. Diese Lehrpersonen engagieren sich und haben ihre Verdienste am guten Ruf der Schule Alpnach. Dieses Engagement und die Überzeugung, für eine gute Schule einzustehen, beinhaltet aber noch lange nicht das „moralische“ Recht, sich als Auswärtige aktiv in eine Volksabstimmung der Einwohnerschaft ihres Arbeitgebers, -der Gemeinde Alpnach, einzumischen. Die abstimmenden Bürgerinnen und Bürger stimmen (leider) nicht über ein neues neuestes(!) Schulmodell -, sondern – in Abwägung der Verhältnismässigkeit und der finanziellen Möglichkeiten des Gemeinwesens über eine Investition ab. Vor allem auch dieser Verantwortung müssen sich die BürgerInnen bewusst sein. Dieser Verantwortung müssen sich auswärtige, – in Alpnach keine Steuern Zahlende, – nicht stellen. Deshalb ist diese direkte Art der Einmischung in Form einer Abstimmungsempfehlung für viele verantwortungsvolle Bürgerinnen und Bürger schlicht inakzeptabel. Das sollten sich auch gewisse Alpnacher Politiker merken; spätestens am 28.11.2010.
    W.Birrer-Plüss

  17. Hansruedi von Reding | 18. November 2010 um 1:11 Uhr |

    Eine freie Meinung ist auch in Alpnach möglich. So nicht! Oder doch?

    Die Schweiz ist ein freies Land und Alpnach ist ein Teil davon. Zur Tradition dieses Landes gehört die Meinungsäusserungsfreiheit. Ich bin stolz darauf, dass nicht nur das Portemonnaie darüber entscheidet, wer sich öffentlich äussern darf und wer nicht.

    Die unvoreingenommenen und kritischen Alpnacherinnen und Alpnacher Stimmberechtigen und Steuerzahler können sehr wohl selber entscheiden, welche Argumente sachlich und glaubwürdig sind. Sie können sich auch selbständig und ohne Flugblätter und grosse Plakate eine Meinung bilden. Sie können einfach aus dem Fenster schauen, und beobachten, wie an allen Ecken gebaut und investiert wird. Offenbar glauben viel Menschen, dass Alpnach eine zukunftsträchtige Gemeinde ist. Das Dorf wächst und nun vielleicht auch die Schule.

    Mir ist der Unterschied zwischen Meinungsfreiheit und Stimmrecht sehr wohl bewusst, dazu brauche ich keine Einschüchterungen und schulmeisterlichen Ermahnungen. Wer ein paar Zeilen mit freien Gedanken nicht akzeptieren kann, ist selber schuld.

    Ein Nein zum Anbau kostet mittel- und langfristig die Steuerzahler mehr als ein Ja. Um diese Tatsache zu erkennen, muss man nicht Lehrer sein, wie ich. Wer einmal mit Lego gespielt hat, weiss aus eigner Erfahrung, dass anbauen weniger Klötzli braucht.

    Die Entscheidung für eine günstige Schullösung liegt nicht in meiner Hand. Ich hoffe aber, dass möglichst viele Stimmberechtigte ein verantwortungsvolles und kostenbewusstes Ja in die Urne legen.

    Das war nun mein letzter Beitrag zu dieser Abstimmung.
    Ich hoffe, dass ich mit diesem Text nicht zu viele verärgert habe. Und wenn doch, war mir das meine Freiheit wert.

    Hansruedi von Reding

  18. Lüthold Norbert, FDP-Präsident | 18. November 2010 um 22:29 Uhr |

    Sanierung und Erweiterung Schulhaus 1958 – Abstimmungsvorlage
    Zahlreiche Leserbriefe, Flugblätter sowie Kommentare pro und contra wurden be-reits verfasst. Der Fokus richtet sich einerseits auf die Glaubensfrage, ob die Erweiterung sinnvoll und aufgrund der gleichzeitigen Sanierung auch günstig ist und andererseits darauf, ob das neue einzuführende Schulmodell oder die erwartete Zunahme der Schülerzahlen aufgrund der Bautätigkeit keine andere Wahl lassen.
    Da wir uns nicht an Glaubensfragen aufhalten, sondern an Fakten orientieren, nachfolgend einige ergänzenden Anmerkungen und Anspielungen auf bisher ge-machte Aussagen:
    • Wir gehen davon aus, dass der Gemeinderat bei einer Ablehnung der Vorlage auch mit der Sanierung zuwarten und den Raumbedarf aufgrund der IST-Zahlen in 2-3 Jahren noch einmal prüfen wird. Die Androhung von teuren Provisorien ist übertrieben und dient der Sache nicht.
    • Eine grosse Anzahl der neuen Wohnungen sind, wie zum Beispiel in der Kirchmatte, Wohnungen mit 2 oder 3 Zimmern, welche kaum mit kinderrei-chen Familien bewohnt werden. Und die grösseren Wohnungen scheinen auch nicht den Budgets von jungen Familien zu entsprechen.
    • Wir sind uns nicht sicher, ob es sinnvoll ist ein Kinderzimmer auf Vorrat anzubauen, nur weil wir gerade die Fassade an unserem Haus neu streichen. Und ganz bestimmt nicht, wenn das Budget den Spielraum nicht zulässt!
    Bei dieser Gelegenheit erlauben wir uns noch einen Blick ins Budget 2011 unserer Gemeinde, welches kürzlich in die Haushalte versandt wurde. Der Gemeindepräsi-dent schreibt von fehlenden Einnahmen und ersten Wirkungen der Steuerstrategie. Diese hätte jedoch noch nicht voll gegriffen. Die Fakten sind jedoch eindeutig und bestätigen, dass wir die Ausgaben nicht im Griff haben:
    • Die erwarteten Steuererträge liegen über den Rekordjahren (2005/2006)!
    • Zusätzlich erhält die Gemeinde vom Kanton Zahlungen zum Ausgleich der Einbussen aus der Steuerstrategie und aus dem Lastenausgleich Schule.
    • Statt Rekordüberschüsse von über CHF 1 Mio. wie in den Jahren 2005 und 2006, wird ein Defizit im selben Umfang erwartet, da in fast allen wesentlichen Bereichen die Ausgaben erneut höher ausfallen als im Vorjahr.
    • Der Personalaufwand steigt um über 4 %, was u.a. die Folge von zahlreichen neuen Pensen in fast allen Departementen ist! Die Realwirtschaft kann sich bei solchen Entwicklungen nur die Augen reiben.
    • Lediglich Dank tieferen Abschreibungen, konnte zumindest optisch eine Ver-besserung ausgewiesen werden.

    Geschätzte Alpnacherinnen und Alpnacher. Wir wollen und können dieser Vorlage im heutigen Zeitpunkt nicht zustimmen und erwarten einen Marschhalt. Wir sind über das immense Ausgabenwachstum der letzten Jahre besorgt. Trotz rekordhoher Steuereinnahmen und Zusatzzahlungen vom Kanton schreiben wir tiefrote Zahlen!

    Norbert Lüthold
    FDP.Die Liberalen Alpnach

  19. Oski Langensand | 20. November 2010 um 7:34 Uhr |

    Erfreulich wie engagiert und kontrovers über diese Abstimmungsvorlage diskutiert und debattiert wird. Es ist auch interessant zu beobachten, wie diese Vorlage aus ganz unterschiedlicher Optik angeschaut wird. Den Einen ist es wichtig, wer an welcher Versammlung teilnimmt, andere wiederum interesseriert es, wer welches Flugblatt unterschrieben hat und wieder andere verlangen einen Marschalt und eine Planung die längst erstellt worden ist.

    Ich bleibe bei meiner Sachthese aus der Immobilienbranche: Bedürfnisse steuern die Projekte – Punkt. Die Bedarfslage ist gegeben, der Gemeinderat legt dem Stimmvolk dazu das absolut wirtschaftlichste Lösungsprojekt vor. Die Finanzierung ist eine reine Frage der Ressourcenplanung. Auch ich habe das Budget 2011 studiert und kann einen Teil der Analyse der FDP durchaus nachvollziehen – ziehe allerings etwas andere Schlüsse daraus. Eine geplante Sanierung eines über 50jährigen Objektes mit dem blossen Anstrich einer Fassade zu vergleichen wie es die FDP anstellt, finde ich als Immobilienfachmann allerdings doch etwas absurd. Nebenbei sei erwähnt: Wenn die Frau des Hauses schwanger ist und weitere Kinder geplant sind, macht der Einbau von Kinderzimmern gekoppelt mit einer fälligen Sanierung durchaus Sinn, ist kostengünstiger und stellt erst noch eine Investition in die Zukunft dar!

    Liebe Alpnacherinnen und Alpnacher
    Die Fakten liegen auf dem Tisch. Die nötige Planung mit den Grundlagedokumenten wurde von Schul- und Gemeinderat erstellt. Die Bedarfslage ist klar – ein JA zum wirschaftlichsten Lösungsprojekt ist die logische Konsequenz dazu.

    Oski Langensand

  20. CVP Alpnach / Remo Küchler, Gemeinderat | 23. November 2010 um 14:17 Uhr |

    Vorab möchten wir dem Webmaster für diese Plattform danken. Die verschiedenen Beiträge sind aus unterschiedlichen Blickwinkeln sehr interessant.

    Auf die diversen Äusserungen gehen wir in unserem Beitrag gar nicht ein. Wir sehen es viel wichtiger bei dieser Thematik in der Sache und mit Fakten zu argumentieren!

    Der Vorstand der CVP Alpnach sagt JA zur Erweiterung des Schulhauses 1958.

    CHANCE NUTZEN

    Mit der geplanten Schulhauserweiterung, einem Anbau an das bestehende Schulhaus 1958, kann dank der bereits vorhandenen Infrastruktur äusserst kostengünstig und innerhalb des bestehenden Schulareals zusätzlicher Schulraum geschaffen werden. Es ist eine einmalige Chance, den Neubau gleichzeitig mit der Sanierung des bestehenden Gebäudes zu realisieren und damit Synergien zu nutzen und Kostenersparnisse zu erzielen.

    Mit dem Anbau kann der Bedarf nach Gruppenräumen gedeckt und Raum für die Integrierte Orientierungsschule IOS geschaffen werden. Gleichzeitig wird aber auch der zu erwartende zukünftige Bedarf an Schulräumen befriedigt. Die rege Bautätigkeit in Alpnach bringt eine kontinuierliche Zunahme der Bevölkerung und insbesondere der schulpflichtigen Kinder mit sich. Das Projekt wurde auf die entsprechende Entwicklung der Schülerzahlen abgestimmt. Es trägt auch den neuen Schulungsformen und den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler Rechnung.

    Das Raumkonzept erlaubt eine flexible Nutzung und wird unterschiedlichsten Bedürfnissen gerecht. Es können kostspielige Provisorien vermieden werden. Der Vorstand der CVP Alpnach ist daher überzeugt, dass der Erweiterungsbau eine sinnvolle Investition in die Schulinfrastruktur und die Standortattraktivität von Alpnach ist.

    CVP Alpnach; Ä positive Chraft, wo dänkt und länkt
    Im Namen des Vorstandes; Remo Küchler

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