Unterhaltsames neues Alpnach persendlich

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Die letzte Auflage von Alpnach persendlich, neu unter Leitung von Daniel Albert, war eine sehr amüsante Unterhaltung zweier so unterschiedlicher Leute, die trotzdem einiges gemeinsam haben: Urs Ehrenzeller und Eskil Läubli.

Die reformierte Kirche war fast bis auf den letzten Platz besetzt am Sonntag, als das neuste Alpnach persendlich anstand. Anstelle von Karin Klapproth hat neu erstmals Daniel Albert das Gespräch  geführt, das wieder auf Einladung der Kulturkommission zustandekam.

Gäste waren der 42-jährige Geschäftsführer der Sportmittelschule Engelberg, Eskil Läubli, ursprünglich  ein Sarner, und der knapp 60-jährige Musiker Urs Ehrenzeller.

Auch wenn Ehrenzeller früher ein “leidenschaftlicher Skifahrer” war (“ich machte es fürs Leben gern”), ist  aus ihm kein Sportler geworden. Und Eskil Läubli hat bei einem Bigband-Projekt Ehrenzellers mitgespielt und war auch dessen Musikschüler, und hatte offenbar einiges Talent, er blieb aber dann in der Sportwelt hängen.

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Urs Ehrenzeller

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Eskil Läubli

 

Urs Ehrenzeller blieb der Liebe wegen seinerzeit in Obwalden hängig. Der Thurgauer liebt aber inzwischen Landschaft und Leute Obwaldens, “es  gefällt mir sehr gut hier”, gestand er, der mit 12 Jahren nach Obwalden kam. Er hat hier Peter Sigrist kennen gelernt, der an der Jazzschule  lehrte. “Der schrieb Noten, das imponierte mir  sehr”. Er habe darum auch so etwas machen wollen. Mittlerweile ist er Musiker, Komponist, Arrangeur, steht oft um 3 Uhr auf und hat, wenn er am Morgen an der Musikhochschule unterrichtet, schon ein paar Stunden gearbeitet. Unlängst dirigierte er ein Konzert im KKL mit den Wiesenbergern und Polo Hofer. Polo  sei “ein ganz schönes Erlebnis” gewesen, wer so lange in der freien Musikszene an der Spitze mitwirke, verdiene Beachtung. “Auch wenn der etwas ältere Mann ein wenig gebückt in den Saal kam, hatte er nach zwei Tönen das  Publikum im Sack.”

Es sei durchaus möglich, dass er für eiin Vierminuten-Stück gegen 100 Stunden arbeite. Arrangieren heisse nicht  einfach, Stücke zusammenzustellen, damit sie zusammenpassen, sondern das sei Knochenarbeit, wie etwa bei  besagtem Konzert mit Polo: Da galt es Noten zu Instrumenten im Orchester zu schreiben, die im Original nicht vorkommen. “Das ist eine sehr einsame Arbeit”, sagte Ehrenzeller.

Ehrenzeller liebt aber nicht nur Noten, sondern auch Tiere. Etwa seinen Hund, der “aufs Wort gehört” und mehrere Vornamen hat, beginnenden mit Orpheus. Er schwärmte vom Eseltrekking des letzten Jahres, das er heuer wiederholen will. “Esel seien zuweilen ängstlich, aber überhaupt nicht störrisch”, berichtete er.

Eskil Läubli berichtete unter anderem von seiner Reise die Olympiade in Sotchi. “Es ist gewaltig und unvorstellbar”, wenn man nicht dabei gewesen ist, lautete sein Fazit. “Es waren perfekt  organisierte Spiele, die Züge fuhren auf die Sekunde genau, die Zimmer hatten wirklich auch warmes Wasser”, sagte er auf eine entsprechende Frage des Moderators. Damals in Vancouver habe er die Sicherheitsvorkehren als strenger erlebt. “In Sotchi habe ich erst nach vier Tagen einen bewaffneten Polizisten gesehen”, doch natürlich sei alles mit sehr vielen Kameras überwacht worden.

Läubli  war früher im Sporteventbereich im Sarneraatal tätig, “doch als die Sportmittelschule 1995 eröffnete, sagte ich mir, dort will ich mal arbeiten.” Und nun ist er  dort, seit einigen Jahren als Geschäftsführer. “Das Ganze war nur mit guten Leuten und viel Idealismus aufbaubar”, sagt er.  “Teilweise sind es 7-Tage-Wochen.” Auch wenn die Schüler noch recht jung seien, seien sie “sehr  flott und realistisch”, für Pubertätsflausen, so sagte er auf die Frage des Moderators, bleibe kaum Zeit angesichts des durchorganisierten Fahrplansvon 50-Stunden-Wochen.

Läubli erzählte auch von einer Velotour um die Welt mit unglaublichen Erlebnissen. So berichtete er von einem Unfall seiner Partnerin in Neuseeland, der  zu einem grossen Medienhype wurde, weil es dort Velofahrer nicht gerade einfach haben. Am Schluss habe man sie überall gekannt. Und als sie noch  einen grossen Geldfund auf  der Strasse machten und diesen als  ehrliche  Schweizer der Polizei meldeten, brachten dien den Polizeifunk abhörenden Journalisten auch das in die Medien. “Wir wurden zum Thema in der Schule wegen unserer Ehrlichkeit.” Und als sie meinten, sie könnten später in Thailand endlich die Ruhe geniessen, habe jemand am Nebentisch von den beiden speziellen Schweizern erzählt…  Läublis Fazit: “Ich möchte nie als Promi reisen.”

Die Kinder der Familie Läubli  wachsen zweisprachig auf, deutsch und französisch Auch englisch wäre eine Option gewesen. “Für mich war es einfach wichtig, dass meine Frau nicht ihren St Galler Dialekt verwendet” – meinte Läubli unter grossem Gelächter des Publikums und argwöhnischer Reaktion des Thurgauers Ehrenzeller, den es wortwörtlich fast vom Stuhl fegte.

 

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von links: Daniel Albert, Urs Ehrenzeller und Eskil Läubli

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