Kathrin Dönni wirft den Bettel hin

Kathrin Dönni am Brassband Festival 2013Kathrin Dönni am Brassband Festival 2013

Ein Bild aus besseren Zeiten: Der Gemeinderat nach der Neuwahl 2008, hinten (2. von rechts) Kathrin Dönni

Alpnach braucht nach den Sommerferien ein neues Gemeindepräsidium: Kathrin Dönni tritt per Ende August zurück. Sie begründet ihren Schritt, der ihr nicht leicht gefallen sei, vor allem mit dem Klima im Gemeinderat oder der nicht funktionierenden Zusammenarbeit der Ratsmitglieder seit der letzten Gesamterneuerungswahl. Sie sehe in der Uneinigkeit der Ratsmitglieder, die man auch ausserhalb des Gemeindehauses wahrgenommen habe, einen der Gründe dafür, dass die Bevölkerung nicht von der Notwendigkeit einer Steuererhöhung überzeugt werden konnte. Wie schon Remo Küchler weist auch Dönni darauf hin, dass die Zusammenarbeit seit den Wahlen von 2012 schwieriger geworden sei. Dönni und Küchler sind die beiden CVP-Vertreter im fünfköpfigen Gemeinderat. Dieser will nächste Woche darüber beschliessen, wann die Nachfolgewahl stattfinden soll.

Sie finden hier die Erklärung Kathrin Dönnis im Wortlaut:

Ich habe mich entschieden, mein Amt als Gemeinderätin und Gemeindepräsidentin per 31. August 2014 niederzulegen.

Im Juli 2008 habe ich das Gemeinderatsamt mit der Vorstellung angetreten, mich gemeinsam mit dem Gemeinderat für die Gestaltung und Entwicklung meiner Wohngemeinde einzusetzen. Die Grundsätze der Zusammenarbeit im Gremium mussten in meiner ersten Legislatur nie diskutiert werden. Die Zusammenarbeit erfolgte wertschätzend und unterstützend, auch wenn man durchaus nicht immer gleicher Meinung war.

[sws_blockquote_endquote align=”left” cite=”” quotestyle=”style01″]In der schwierigen Situation, in der sich die Gemeinde Alpnach befindet, braucht es ein Klima, in dem der Gemeinderat und das Verwaltungspersonal am selben Strick ziehen. [/sws_blockquote_endquote]
Seit den letzten Gesamterneuerungswahlen des Gemeinderats und der damit verbundenen veränderten personellen Zusammensetzung konnte der Rat nicht wieder zum nötigen Zusammenhalt finden. In der schwierigen Situation, in der sich die Gemeinde Alpnach befindet, braucht es ein Klima, in dem der Gemeinderat und das Verwaltungspersonal am selben Strick ziehen, um die anspruchsvollen Aufgaben mit Engagement und Freude erfolgreich bewältigen zu können. Diese Grundlage für eine gute Zusammenarbeit hat sich nach meinem Empfinden leider nicht mit allen Gemeinderatsmitgliedern ergeben.

[sws_blockquote_endquote align=”left” cite=”” quotestyle=”style01″]Die Uneinigkeit im Gemeinderat in Bezug auf die Beurteilung der Gesamtsituation blieb der Bevölkerung kaum verborgen. [/sws_blockquote_endquote]
Die schlechte Finanzlage der Gemeinde ist meiner Ansicht nach strukturell bedingt. Die Uneinigkeit im Gemeinderat in Bezug auf die Beurteilung der Gesamtsituation blieb der Bevölkerung kaum verborgen. Dies sehe ich als einen der Gründe dafür, dass der Gemeinderat die Mehrheit der Bevölkerung und einzelne Parteien nicht von der Notwendigkeit einer Steuererhöhung und der Vorlage des Budgets 2014 überzeugen konnte. Aufgrund der ungelösten Finanzprobleme der Gemeinde und der fehlenden Einigkeit im Gemeinderat besteht die Gefahr, dass sich die Gemeinde bezüglich Attraktivität als Wohn- und Arbeitsort, aber auch bezüglich Personalsituation in der Verwaltung in eine Richtung entwickelt, welche meiner Überzeugung klar entgegensteht.

[sws_blockquote_endquote align=”left” cite=”” quotestyle=”style01″]Mit frischen Köpfen findet der Gemeinderat hoffentlich zu einem guten Zusammenhalt. [/sws_blockquote_endquote]

Ich bin auf Grund dieser Gesamtsituation zum Schluss gekommen, meinen Sitz im Gemeinderat und als Gemeindepräsidentin zur Verfügung zu stellen. Für die Ersatzwahl meines Amtskollegen Remo Küchler vom 9. März stehen mehrere Kandidaten zur Verfügung. Dieser Umstand stimmt mich zuversichtlich, dass sich auch für eine weitere Ersatzwahl genügend fähige Kandidierende finden lassen, die sich mit Tatkraft und Energie für die Gemeindeaufgaben einsetzen wollen. Mit frischen Köpfen findet der Gemeinderat hoffentlich zu einem guten Zusammenhalt, um mit neuem Elan die künftigen Herausforderungen anzupacken.

Kathrin Dönni am Brassband Festival 2013

[sws_blockquote_endquote align=”left” cite=”” quotestyle=”style01″]Ich bedaure, dass ich einige Projekte nicht mehr zu Ende führen oder weiter begleiten kann. [/sws_blockquote_endquote]
Der Entscheid zum Rücktritt ist mir nicht leicht gefallen. Meine Zeit im Gemeinderat hat mir viel Freude bereitet und ich habe mich gerne für das Wohl der Gemeinde eingesetzt. Ich blicke auf eine interessante und Iehrreiche Zeit zurück, während der ich in verschiedene kleinere und grössere Projekte involviert war. Ich bedaure, dass ich einige Projekte nicht mehr zu Ende führen oder weiter begleiten kann. Während meiner Amtstätigkeit konnte ich stets auf die kompetente Unterstützung und Einsatzbereitschaft des Verwaltungspersonals zählen. Ich danke allen Personen, mit denen ich in den vergangenen Jahren in konstruktiver und zielführender Art und Weise zusammenarbeiten durfte sowie allen, die mich sowohl fachlich wie menschlich während dieser Zeit begleitet und unterstützt haben.
Ich wünsche dem künftigen Gemeinderat eine glückliche Hand bei der Lösung der anstehenden Aufgaben.

>> Im November trat Remo Küchler zurück

>> Nachfolgewahl für Küchler: Drei Kandidaten

 

 

 

1 Kommentar zu "Kathrin Dönni wirft den Bettel hin"

  1. Heinz Krummenacher | 22. Februar 2014 um 20:55 | Antworten

    Hinweis des Webmasters: Leider erscheint aus unbekannten technischen Gründen jeder erste Buchstabe eines Wortes gross, danke fürs Verständnis. Das liegt nicht am Autor.

    Mich beschäftigte heute die Meldung, dass Kathrin Dönni-Eggerschwiler als Gemeinderätin und Gemeindepräsidentin von Alpnach per Ende August zurücktritt. „In der schwierigen Situation, in der sich die Gemeinde befindet, braucht es ein Klima, in dem der Gemeinderat und das Verwaltungspersonal am selben Strick ziehen, um die anspruchsvollen Aufgaben mit Engagement und Freude erfolgreich …bewältigen zu können“, begründete sie ihren Schritt. Diese Voraussetzungen seien jedoch nach den letzten Gesamterneuerungswahlen nicht mehr vorhanden gewesen. Ich bedaure Kathrins Schritt sehr, habe ich doch immer gespürt, dass sie sich zum Wohle der Bevölkerung einsetzte und nicht ihre Person und ihre eigenen Interessen in den Vordergrund rückte.
    Als Kandidat für die Nachfolge von Remo Küchler, dessen Demission als Gemeinderat in etwa dieselbe Handschrift trägt, betrifft mich dies persönlich. Ich bin weiterhin gewillt, dieses Amt anzutreten, sollte ich gewählt werden. Gleichzeitig halte ich aber mit Nachdruck fest, dass heute die Zeit der zwischenmenschlichen Abrechnungen und parteipolitischen Ränkespiele abgelaufen ist. Entweder man und frau in Alpnach rauft sich zusammen, oder das Ganze endet in einem Fiasko. Aufgrund der neuen Situation habe ich mich auch entschieden, allenfalls im Herbst von Kathrin Dönni-Eggerschwiler das Präsidium des Gemeinderates zu übernehmen, wenn ich am 9. März gewählt werden sollte und dies dannzumal gewünscht wird.
    Freundliche Grüsse
    Heinz Krummenacher

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: