Der Glockenspezialist muss nochmals kommen

Ein Bundesexperte untersuchte die Glocke der Kapelle von Schorie
Ein Bundesexperte untersuchte die Glocke der Kapelle von Schorie

Der Glockenspezialist oben am Turm.

Aus dem Thurgau kam der Glockenspezialist des Bundes diesen Samstag angereist. Aufgeboten in Absprache mit der kantonalen Denkmalpflege und der Kirchgemeinde Alpnach sollte er herausfinden, warum die Glocke an der Kapelle nicht mehr so tönen soll, wie es bisher tat – nach Meinung vieler Schorieder seit dem Blitzeinschlag im August 2012. Der akustische Test ergab für den Fachmann, der die Glocke bereits 2004 inventarisiert hatte und darum gut kennt, keine Unregelmässigkeiten.

 

Die Glocke töne, wie für so eine üblich. Sie tönt charaktervoll, sagte der Spezialist Hans Jürg Gnehm. Dann nahm er einen Augenschein auf dem Kirchendach auf Turmhöhe.Als er gegen Mittag wieder abreiste, konnte er kein eindeutiges Fazit ziehen. Die Glocke 1, die er fotografiert und ins Visier genommen hatte, weise zwar Poren und kleine Löcher auf, die aber aus der Zeit ihrer Produktion stammen könnten. Auch hänge sie nicht genau im Lot, was aber unter Umständen schon immer so gewesen sei. Möglicherweise sei das bei der Neueinstellung der Steuerung, die nach dem Blitzschlag ersetzt werden musste, nicht genug berücksichtigt worden. Doch er prognostizierte ihr eine gute Zukunft: “Die Glocke kann noch lange läuten.”

[sws_blockquote_endquote align=”” cite=”Hans Jürg Gnehm, Glockenspezialist” quotestyle=”style02″] Sie tönt charaktervoll. Und sie kann noch lange läuten. [/sws_blockquote_endquote]

Und doch wird der Spezialist nochmals zurückkommen, wie er später schrieb. Bei der Analyse der im Turmbereich gemachten Bilder habe er “ein paar eigenartige Merkmale” festgestellt. Er werde bei seinem zweiten Besuch darum das Augenmerk stark darauf richten, ob es nicht doch einen Riss in der Glocke gebe. Er werde zu diesem Zweck durch den Turm zu den Glocken aufsteigen müssen.

Was halten Sie vom Glockengeläut? Hören Sie auch Unregelmässigkeiten? Die Kommentarspalte dazu ist offen, vielleicht hilft das dem Spezialisten bei seinem nächsten Besuch.

Ein Bundesexperte untersucht die Glocke im Turm der Kapelle Scho

Mit einem Spezialkran liess sich der Fachmann in die Höhe stemmen.

 

Ein Bundesexperte untersucht die Glocke im Turm der Kapelle Scho

Oben auf der Plattform: Links im Bild Hans Jürg Gnehm.

[sws_green_box box_size=”90″] Die untersuchte Glocke Nr. 1 stammt aus dem Jahr 1667, gegossen bei Rüttimann in Luzern. Sie wiegt 90 Kilo und weist einen Durchmesser und eine Höhe von 53 Zentimetern auf. Die Glocke Nr. 2 ist 100 Jahre jünger. Sie wiegt 50 Kilo und ist 43 Zentimeter hoch, genau gleich gross ist ihr Durchmesser. Sie ist ein Werk der Giesserei Ludwig keiser aus Zug.  [/sws_green_box]

 

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