Gemeinde richtet Asyl-Hotline ein

Korporationspräsident Walter Hug (rechts) beim Infoanlass im Juni

Am Dienstag werden in Alpnach die ersten Asylbewerber im Zentrum Kleine Schliere erwartet. Einen Tag zuvor hat die Gemeinde eine Hotline für “Fragen oder konkrete Probleme” mit dem Zentrum in Betrieb genommen. Sie ist während 24 Stunden bedient, wie die Gemeinde in einem Flugblatt mitteilte. Zu reden gab in Alpnach in den vergangenen Tagen, dass der Bund heimlich die so genannten sensiblen Zonen aufgegeben hat, über welche an der Informationsveranstaltung ausführlich im Juni informiert worden ist. Irritierend ist für viele, dass es nun ohne die konkreten Sperrzonen gehen soll, obwohl damals gesagt worden ist, im Bedarfsfall sei man bereit, die Zonen noch auszuweiten. Die Diskussion um das Badeverbot in Bremgarten hat nun den Bund veranlasst, die Rechtslage solcher Verbote nochmals zu überprüfen, weshalb er neu nur mehr von “Empfehlungen” spricht, wie sich eine Sprecher des Bundesamtes für Migration kürzlich in “10 vor 10” ausdrückte.

Die von der Gemeinde eingerichtete Hotline ist unter der Nummer 079 782 41 80 erreichbar. Die Gemeinde weist daraufhin, dass bei Strafdelikten die Polizei zu benachrichtigen ist.

Das Zentrum wird ab Dienstag bewohnt seien. Aus Chiasso werden die ersten rund 20 Asylbewerber anreisen. Die einzelnen Bewohner werden laut Gemeinde jeweils drei bis sechs Wochen bleiben. Trotz der aufgehobenen Sperrzonen betont die Gemeinde, die Asylbewerber müssten sich “an strenge Regeln und eine Hausordnung halten”. Man versuche ihnen auch Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten. Welche das sind, wurde von der Gemeinde bisher nicht kommuniziert. Auch erfuhr die Öffentlichkeit noch nichts darüber, ob nun ein einheimischer Betrieb das Essen liefern kann, obwohl die Wirte im Juni aktiv aufgefordert worden waren, sich im Interessensfall zu melden.

In den vergangenen Tagen wurden rund ums Zentrum Sicherheitsübungen durchgeführt, wie die Gemeinde informiert. “Das Einüben der Intervention im Ereignisfall mit der Polizei, der Feuerwehr und dem privaten Sicherheitsdienstleister gehört standardmässig zur Vorbereitung vor der Inbetriebnahme eines Asylzentrums.” Der Bund sei auch auf eine mögliche Gefahr durch die Kleine Schliere für das Zentrum aufmerksam gemacht worden, welche durch die in den vergangenen Tagen erstellten Zäune noch “zusätzlich ungünstig beeinflusst werden könnte”. Man habe darum auch das Abräumen der Umzäunung geübt.

Bis auf die SVP, welche zuletzt auch deutlich vor allem gegen die aufgehobenen Sperrzonen protestiert hatte, hörte man von den Parteien in Alpnach in den vergangenen Wochen nichts zum Thema Asylzentrum. Die öffentliche Diskussion prägten der SVP-Präsident, verunsicherte Anwohner und Sprayer, welche Ende Woche das Asylzentrum und die Zufahrtsstrasse versprayten.  Die Gemeinde und der Bund unterliessen es auch, über die geänderte Vereinbarung zu informieren. Die neue Vereinbarung wurde noch vor dem Bund von der Neuen LZ veröffentlicht. Sie kann >> hier eingesehen werden.

Die Gemeinde bleibt in ihrem Flugblatt dabei, dass das Zentrum nur ein halbes Jahr offen sein wird. “Am 18. Februar wird das Zentrum wieder geschlossen.” So lange dauert auch der Vertrag mit der Korporation. Urs von Däniken, Projektleiter beim Bund, hatte im Juni am Infoanlass auf eine entsprechende Frage gesagt, er schliesse “jede Wette mit jedem Einsatz” ab, dass sich der Bund daran halte. Gemeindepräsidentin Kathrin Dönni bekräftigte damals, dass diese Vereinbarung auch nicht einseitig kündbar sei.

>> Das Flugblatt mit der Hotline-Nummer

>> Bericht über den Infoanlass im Juni

Franz Hohler hat sich in der Zytlupe auf Radio SRF1 kritisch mit den Sperrzonen (Badi usw.) in Bremgarten befasst. Die Sendung wurde am 10. August ausgestrahlt.

>> Hier finden Sie die Sendung

 

 

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