Eine Ehrung und eine Riesen-Überraschung zur A8

 Weihnachten einen Monat zu früh: 😆 Die Gemeinde Alpnach kommt ohne sich finanziell daran beteiligen zu müssen zu ihrem gewünschten Vollanschluss an die A8. Dies gab Gemeindepräsidentin Kathrin Dönni an der ersten von ihr als Vorsitzende geleiteten Gemeindeversammlung vom Donnerstag bekannt. Noch im Oktober war über einen neuen Verteilschlüssel mit dem Kanton verhandelt worden, der somit hinfällig wird. Neben der Einbürgerung von zwölf Personen unter Applaus und ohne Fragen erlebten die gut 60 Anwesenden auch eine Ehrung: Die Gemeinde gratulierte Guido Wolfisberg für den Titel des besten Sbrinz-Käsers. Ferner wurde über das Budget, das nicht zur Abstimmung kam, und diverse andere Themen informiert.

A8-Halbanschluss mit Blickrichtung Luzern

Die Überraschung wurde gleich zu Beginn der Versammlung verkündet: Kathrin Dönni erklärte, die Regierung habe den Gemeinderat von einer Praxisänderung beim Bundesamt für Strassen (Astra) in Kenntnis gesetzt. Und diese bedeute, dass der Bund die vollen Kosten für den A8-Vollanschluss übernehme. Das sei für den Gemeinderat eine grosse Freude, weil so eine beträchtliche Investition wegfalle. Bisher hatte es immer geheissen, der Bund genehmige zwar den Vollanschluss, beteilige sich aber nicht finanziell daran. Die Gemeinde hätte 60 Prozent übernehmen müssen, “das entsprach jedoch nicht unseren Vorstellungen”, sagte Dönni. Noch im Oktober hatten die Gemeinde und der Kanton darum ein letztes Mal über einen kantonsinternen Verteilschlüssel der Kosten verhandelt. Diese Verhandlung fiel zugunsten der Gemeinde aus, die alles in allem für den Vollanschluss und den Kreisel Industriestrasse 53 Prozent oder total 4,6 Millionen Franken hätte zahlen müssen.

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Nun muss sich die Gemeinde nur mehr an den Kosten des Kreisels zur Hälfte beteiligen, das bedeutet noch Kosten von 680’000 Franken. Laut Dönni wird erwartet, dass der Bundesrat Ende 2013 das vom Kanton bereits eingereichte generelle Projekt genehmigen wird. Ende 2014 könnte dann im besten Fall mit dem Bau begonnen werden.

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Dönni informierte ferner über verschiedene aktuelle Themen. Die neue Struktur der Gemeinde mit einem Geschäftsleitungsmodell wird ab 1. Februar 2013 voll greifen, wenn die Geschäftsleitung komplett ist. “Der Gemeinderat wird sich dann daran gewöhnen müssen, nicht mehr in jedem Fall über alle Details eines Geschäfts Bescheid zu wissen”, meinte sie dazu. Über das Thema Tempo 30 plane der Gemeinderat unter Umständen im Januar zusammen mit dem Budget abstimmen zu lassen. Dönni betonte, dass die Forderung nach Tempo 30 aus verschiedenen Wohnquartieren gestellt worden und auch im Rahmen der Masterplanung, breit abgestützt durch die Bevölkerung, als “Auftrag an den Gemeinderat” entstanden sei. Ab 2013 will der Gemeinderat die Parkplätze im Dorf bewirtschaften (ohne Zahlungspflicht). Man habe den privaten Parkplatzbesitzern angeboten, sich gleichzeitig anzuschliessen, was diese aber im Moment nicht wollten.

Die eigentliche Versammlung bestand nur mehr aus der Genehmigung der Einbürgerung von 12 Personen. Das geschah unter Applaus in allen Fällen. Es waren zu den Gesuchen vorgängig keine Anträge eingegangen und an der Versammlung wurden keine Fragen gestellt.

Nicht behandelt wurde das Budget 2013, weil dafür eine Urnenabstimmung verlangt worden ist. Diese findet bekanntlich am 20. Januar statt. Vorgängig soll am 9. Januar eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung stattfinden. Finanzchef Thomas Küchler informierte kurz über die Budgetzahlen und strich den kleinen Handlungsspielraum des Gemeinderats hervor: Nur 1,7 Millionen Franken oder 8,45 Prozent des Budget-Aufwandbetrags von 19,9 Millionen seien mehr oder weniger frei bestimmbare Aufwände. Der Rest seien Personalkosten oder vertraglich oder gesetzlich gebundene Ausgaben. Er rechnete vor, dass ohne die 2008 beschlossene Steuersenkung die Einnahmen 2013 zwar 0,7 Millionen Franken höher wären als budgetiert, aber damit nur die Hälfte des erwarteten Defizits aufwiegen würden. Er betone, ein Nein zum Budget würde die Gemeinde stark einschränken. Die Folge müsste “ein rigoroses Sparprogramm mit Leistungsabbau und einemn Know-How-Verlust” bedeuten. Küchler hatte eingangs gesagt, man müsste allenfalls Personal abbauen oder künftig vor allem jüngeres Personal einstellen, das die Finanzen weniger belaste aber mit einem Verlust an Wissen einherginge. Er warnte vor Polemik, wie sie in den vergangenen Wochen entstanden sei und betonte, “nur gemeinsam können wir das Schiff wieder in ruhigere Gewässer lenken”.

 

Sibylle Wallimann gratuliert Guido Wolfisberg

Zum Schluss der Versammlung überreichte Vizepräsidentin Sibylle Wallimann Guido Wolfisberg ein Geschenk der Gemeinde. Sie ehrte ihn damit dafür, dass er im September in Bellinzona den Swiss Cheese Award verliehen erhalte hatte. Der Gemeinderat freue sich über solche positive Schlagzeilen wie eine Goldmedaille aus 700 bewerteten Käsen. “Das ist gut für unsere Dorf und die Landwirtschaft.” Und als aktive Bäuerin wisse sie, wie wertvoll ein solcher Preis sei, der nur dank gutem Rohmaterial der Bauern möglich sei, denn der Rohmilch-Käse Sbrinz setze silofreie Ernährung der Kühe ausschliesslich mit Heu und Gras voraus.

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