Gemeindeversammlung sagt Ja zu Guberumzonung und wählt

Die Gemeindeversammlung von Alpnach hat am Donnerstag diskussionslos Ja gesagt zum Beitrag an den Tennisclub . Ein wichtiges Geschäft war die Legalisierung der Abbauzone im Steinbruch Guber. Heute werde teilweise Guberstein ausserhalb der Zonen abgebaut und anderseits werde eingezontes Gebiet nicht genutzt, sagte Gemeindepräsident Michael Siegrist. Das wurde nun mit einer Zonenbereinigung wieder in Ordnung gebracht. Ferner vergrösserte die Versammlung den Verwaltungsrat der Wasserversorgung. Sorgen macht dem Finanzchef die Entwicklung der Sonderfinanzierung vor allem im Wasserbereich.

Traditionsgemäss gab Michael Siegrist auch der letzten von ihm geleiteten Gemeindeversammlung ein paar Informationen bekannt.

Organisationsentwicklung: Per 1. Juli setzt die Gemeinde neu eine Geschäftsleitung ein. Es ist dies das Ergebnis der Diskussionen um eine Entlastung der Gemeinderäte und eine kundenorientierte Verwaltung, die der Rat auch nach dem Nein des Volkes zur Aufstockung von fünf auf sieben Gemeinderäte weiter verfolgt hatte. Der Geschäftsleitung gehören die Schulleiterin, der Gemeindeschreiber und ein Vertreter aus dem Bau/Werke-Bereich an, der noch bestimmt werden muss. “Es werden dafür sicher mehr Stellenprozente nötig sein”, sagte Siegrist, ohne das genauer zu beziffern. Der Entscheid sei “ein wichtiger Schritt in Richung Professionalisierung”. Ab September wolle der Gemeinderat auch die Kommissionen bereinigen.

Ortsplanung: Der neuen Zonenplan sei intern fertig. Es habe nicht zuletzt wegen der Vorschrift, die Fruchtfolgeflächen zu erhalten und nur angrenzend an bestehendes Baugebiet neu einzuzonen, ein paar Knacknüsse gegeben. Im Herbst wolle man die Planung dem Kanton zur Genehmigung unterbreiten, anschliessend finde die öffentliche Auflage und die Abstimmung statt. Die Gespräche mit den betroffenen Grundeigentümern seien zu einem grossen Teil bereits geführt.

Vollanschluss A8: Den grossen Ärger habe der Gemeinderat mit diesem Geschäft erlebt, sagte Siegrist, und er fühle sich vom Kanton “nicht sehr ernst genommen”. Nachdem man sich nach Verhandlungen mit dem Kanton auf eine 50:50-Prozent-Beteiligung für den Bau des Vollanschlusses geeinigt hatte, habe der Regierungsrat das nicht akzeptiert und der Kanton habe zu neuen Verhandlungen eingeladen. Dort aber habe man nur mehr zur Kenntnis nehmen können, dass 40 Prozent für den Kanton das Maximum seien. Den Ärger fand Siegrist im zeitlich Vorgehen: Am 28. März lud die Regierung den Gemeinderat ein, zum neuen Verteilschlüssel Stellung zu nehmen. Der Kanton gab eine Frist bis 4. Mai – doch bereits am 3. April hatte die Regierung im Zusammenhang mit einem Vorstoss von Willy Fallegger (SVP) klar betont, dass sie nicht bereit sei, mehr als 40 Prozent zu offerieren. Die Medienmitteilung dazu ist just am Tag der Gemeindeversammlung verbreitet worden und basiert auf einem Beschluss der Regierung von Anfang April. Siegrist sagte, man werde weiter für einen höheren Kantonsanteil kämpfen. Im besten Fall könnte der Vollanschluss 2015/16 fertig sein.

Spielplatz beim Schulhaus: Dieser Spielplatz sei “offensichtlich ein sehr grosses Bedürfnis”, sei doch der Gemeinderat immer wieder gefragt worden, wann er erstellt werde. Nun ist er im Bau und sollte Ende Monat fertig sein. Dann werde man auch die Frage beantworten können, ob er nicht zu gefährlich sei, weil dann auch die Sicherheitseinrichtungen montiert seien.

Die Traktanden der Gemeindeversammlung:

1. Genehmigung der Rechnung 2011: diskussionslos genehmigt. Finanzchef Thomas Küchler weist auf Probleme bei der Sonderfinanzierung im Bereich Wasser hin. Man werde sich mit der Rechnungsprüfungskommission zusammen Massnahmen überlegen, weil die Reserven langsam aufgebraucht seien.

2. Wahl eines Mitglieds der Rechnungsprüfungskommission für den neuen Gemeinderat Thomas Wallimann: Neu wird diskussionslos Armin von Atzigen gewählt.

3. Wahl von drei Mitgliedern des Verwaltungsrates der Wasserversorgung für die Amtsdauer 2012 – 2016. Es stellen sich der Wiederwahl: Marcel Jöri, 1954, Kurt Gasser, 1959, – ferner eine Neuwahl – Jöri und Gasser wurden in globo bestätigt. Dann wählte die Versammlung gleich drei neue Mitglieder (mindestens eines wäre nötig gewesen). Zu ersetzen war Ernst Bäbi. Von sich aus beworben hatten sich René Diezi, Schoried, Josef Oberholzer und Franz Bättig, an der Versammlung wurde dann von der CVP noch Rolf Spichtig vorgeschlagen. Alle ausser Oberholzer wurden mit deutlichem Mehr gewählt.

4. Genehmigung des Teilzonenplans Steinbruch Guber – diskussionslos und mit Applaus genehmigt. Gemeindepräsident Michael Siegrist hatte um ein “überzeugtes Ja gebeten”.

5. Gemeindebeitrag von 165’000 Franken an den Tennisclub Alpnach für neue Kunstsandplätze – diskussionslos genehmigt. Gemeinderätin Sibylle Wallimann sagte, der Tennisclub habe als Ziel drei langlebige neue Kunstsandplätze, die wenig Unterhaltskosten nach sich ziehen. Sie vertrat das Geschäft beherzt: “Auch wenn vom Gemeinderat niemand Tennis spielt und wir auch nicht mit Steuereinnahmen eines Stars wie Roger Federer spekulieren, liess sich der Gemeinderat überzeugen.” Es sei unter anderem auch ein Beitrag an die Jugendförderung des Clubs.

Steinbruch Guber ob Schoried

Steinbruch Guber

Die für Schule und Sport zuständige Gemeinderätin Sibylle Wallimann ehrte in einem kurzen Akt Skirennfahrerin Priska Nufer für ihre Erfolge, namentlich den ersten Punktegewinn im Weltcup in Davos. Nufer war kürzlich auch >> Gast im Alpnach persendlich.

Sibylle Wallimann (rechts) beschenkt Priska Nufer

An der Versammlung verabschiedete Kathrin Dönni im übrigen
den Mitte Jahr abtretenden Gemeindepräsidenten Michael Siegrist. >> Separater Bericht dazu

>> Die Kirchgemeinde wählte drei neu Ratsmitglieder

 

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