Zwei "internationale" Frauen fühlen sich in Alpnach wohl

 
Ein lockeres Alpnach persendlich erlebten die Zuhörer in der erneut vollen reformierten Kirche von Alpnach. Für einmal hatte Gesprächsleiterin Karin Klapproth die Rolle gewechselt, Gesprächsleiter Daniel Albert entlockte ihr und der Skirennfahrerin Priska Nufer einiges aus ihrem Lebensalltag. Nufer war eingesprungen, weil es mit dem geplanten Überraschungsgast nicht geplant hatte: Ursprünglich war vorgesehen, den/die Gemeindepräsidenten/in vorne sitzen zu lassen. Priska Nufer sei jedoch mehr als ein Notnagel, sagte Sibylle Wallimann namens der organisierenden Kulturkommission. Im Publikum sassen auch einige der früheren Gesprächspartner von Karin Klapproth, die zum “Jubiläum” der 10. Austragung eingeladen worden waren. Das nächste Alpnach persendlich findet am 28. Oktober statt. Bericht und Diaschau sind nun online !

 

In der reformierten Kirche begegneten sich zwei Frauen aus zwei Generationen: Die aus Luzern zugezogene Karin Klapproth (54), die heute Alpnach als Lebensmittelpunkt schätzt, und die in Alpnach aufgewachsene Priska Nufer (20),  die von Kindsbeinen an hier zu Hause war – und beide zog und zieht es zwischendurch privat und beruflich in die Welt hinaus, und beide kommen sie immer wieder gerne zurück, wie sie erzählten.

Karin Klapproth

Karin Klapproth offenbarte, wie sie auf einer Ferienreise in Kenia mit schlechten Englischkenntnissen ihren heutigen Mann Kevin – ein Brite (nicht Engländer, wie sie betonte!) – kennen lernte. Sie zog später ihm nach England nach, arbeitete dort unter anderem als Ansprechperson für Kunden des SSR (Studentenreisedienstes). Sie zog es aber wieder in die Schweiz zurück, und ihr Mann reiste ihr nach, und pendelt heute als Pilot zwischen Alpnach und London. Dabei hatte sie Alpanch seinerzeit als “gar nicht lustig” und “ziemlich öde” empfunden, als ihre Eltern mit ihr im Teenie-Alter hierher zogen. Heute sei es ihr hier jedoch sehr wohl, “es gefällt mir, etwas abseits zu wohnen, aber immer reinschauen zu können” – sie wohnt im Stad. Sie schätze die Natur, die Ruhe, die geringe Lichtverschmutzung: “Abends ist es bei uns so richtig dunkel.”

Begonnen hatte Klapproth eigentlich  mit der Ausbildung zur Kindergärtnerin, bildete sich in Salzburg in Musik- und Tanzerziehung aus, arbeitete dann kurz im Kindergarten “im ersten Job-Sharing-Modell” in Alpnach. Weil sie sich nach Sonne und Wärme sehnte, reiste sie nach Kenia, nichts ahnend, dass das Land damals für Sextouristen bekannt war – das war nicht, was sie suchte, sie fand dort aber ihren späteren Mann. Er habe mit Kindern – denen seiner Schwester, wie sich später herausstellte – gespielt, “und meine Beine entschieden, ans andere Ende des Pools zu ihm zu gehen.” Sie sei “hin und weg gewesen” damals.

Heute ist sie selbstständig, unterrichtet unter anderem im militärischen Bereich Englisch (Piloten-Englisch, Technisches Englisch, Nato-Englisch). Seit 2005 steht sie beruflich auf eigenen Beinen, “mit wenig Sicherheit, aber viel Freiheit für spannende Sachen”, wie sie sagte. Dazu gehört auch, dass sie demnächst im KKL in Luzern den Microday-Anlass moderieren kann. Durchaus möglich, dass es ihr bei dieser Arbeit den Ärmel noch mehr reinnehmen könnte, falls sie es gut mache. Sie sei gespannt, ob sich hier eventuell noch weitere Türen öffneten. So wie sie es immer wieder in ihrem Leben erlebt habe, und dabei seien ihr auch die Eltern immer beigestanden, auch wenn es für sie nicht immer ganz einfach gewesen sei.

Priska Nufer

Priska Nufer fährt Super G und Abfahrt, seit 2007 waren es FIS-Rennen, seit 2008 im Europacup, und inzwischen hat sie bereits Weltcup-Luft geschnuppert. An der letzten Schweizermeisterschaft holte sie eine Silber- und zwei Bronze-Medaillen. Auch sie fühlt sich wohl in Alpnach (“ä scheenä Fläck”), kommt gerne wieder heim, um sich zu entspannen. Und sie sehe dann jeweils wieder, wie es den Schweizern in ihrem reichen Land gut gehe, viel besser als anderen etwa in Italien oder Frankreich. Und wie sauber die Schweiz sei…. Priska absolvierte die Sportmittelschule in Engelberg und schloss parallel zur Skifahrerausbildung als Kauffrau ab. “Eine normale Lehre und der Spitzensport würde nicht nebeneinander funktionieren”, meinte sie, bei der Ausbildung in Engelberg steht der “Sport immer im Vordergrund”, doch die Schule sei trotzdem wichtig gewesen. Schwer sei es dann im Praktikum gewesen mit einem normalen langen Arbeitsalltag – und am Abend wartete das Training.

Erholt hat sie sich unlängst auch auf Fuerteventura. “Es war schön, schön warm”, Entspannung sei jeweils wichtig, sei man doch “im Winter stets auf Achse”. Und jeweils auch stark dem Wetter ausgesetzt. Je nach Witterung und Jahreszeit heisse es später oder früher aus den Federn. Teilweise bereis um 5.30 Uhr, vor allem im Frühling, wenn der Schnee nur mehr am Morgen gut sei. “Das frühste, was ich erlebte, war ein Start um 8.15 Uhr.” Davor natürlich Streckenbesichtigung. “Und ein rechtes Zmorge, das ist wichtig, weil es dann lange nichts mehr gibt.”

Ohne Sponsoren sei es vor allem für ganz Junge im Skisport nicht  möglich, diesen Weg einzuschlagen. Nicht zuletzt die Ausrüstung sei teuer. Wenn man dann arrivierter sei wie sie, leiste der Verband viel für die Sportler und unterstütze sie finanziell. Skifahren sei “ein teurer Sport”. Sie will ihm aber auf jeden Fall treu bleiben. Es soll mehr werden als nur ein Schnuppern im Weltcup. “Einmal an der Spitze mithalten zu können, das wäre schon schön”, meinte sei.

Karin Klapproth (links) und Priska Nufer

 

>> Zur Webseite von Priska Nufer

>> Zur Webseite von Karin Klapproth

 

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