Tempo 30 für Schoried und Alpnach geplant

In der Gemeinde Alpnach soll in Zukunft in allen Wohnquartieren sowie in der Kernzone von Schoried Tempo 30 gelten. Diesen Vorschlag präsentierte der von der Gemeinde beauftragte Verkehrsplaner am Donnerstag abend als Ergebnis der Diskussionen um den Verkehrsrichtplan in der Gemeinde. Die rund 80 Anwesenden nahmen die Idee grossmehrheitlich gut auf. Es gab Detailfragen, vereinzelt Kritik, daneben wurden auch weitergehende Forderungen nach zusätzlichen Tempo-30-Strassen gestellt. Im besten Fall könnte die Umsetzung Ende 2012 erfolgen.

Gemeindepräsident Michael Siegrist sagte, aus den Wohnquartieren sei immer wieder die Forderung nach Tempo 30 gestellt worden. Was man heute habe, sei ein Entwurf zu einem Konzept oder eine Diskussionsgrundlage. Er hoffe auf Anregungen und kritische Meinungen, “aber auch, dass wir Sie einigermassen überzeugen können”. Mehr Sicherheit, weniger Unfälle, mehr Wohnqualität seien Gründe für Tempo-30-Zonen, sagte der Planer. Er betonte auch, dass in solchen Zonen in der Regel keine Fussgängerstreifen mehr erlaubt sind. Ausnahmen seien allerdings beispielsweise in der Nähe von Heimen oder Schulanlagen möglich.

Gutachten ist zwingend

Als nächster Schritt ist ein Detailprojekt mit allen baulichen Massnahmen nötig, sodann muss der Verkehrsplaner ein Gutachten erstellen, das aufzeigt, ob Tempo 30 zweckmässig, verhältnismässig und nötig ist. Ein solches Gutachten sei zwingend, um bei allfälligen Einsprachen etwas in den Händen zu haben. Der Gemeinderat will nach Abschluss des Projekts und bevor er es dem Kanton zur Bewilligung einreicht, die Bevölkerung noch einmal darüber informieren.

Nach einer allfälligen Bewilligung und Signalisierung durch den Kanton ist es zwingend, nach einem Jahr die getroffenen Massnahmen zu überprüfen und allfällige Anpassungen vorzunehmen. Auch ein Abbruch wäre dann möglich, was aber in der Schweiz bisher nie vorgekommen sei, sagte der Verkehrsplaner. Im besten Fall könnten die Massnahmen Ende 2012 umgesetzt und die definitive Bewilligung ein Jahr später erteilt werden.

Kein Thema auf der Brünigstrasse

Vorgesehen ist Tempo 30 im Prinzip flächendeckend in den Wohnquartieren im Dorf, beispielsweise Baumgarten, Dorfli, im Quartier rund um das Gemeindehaus, im Grund, im Unterdorf sowie auch in Schoried. Ziel sei es, mit möglichst einfachen und kostengünstigen Massnahmen die nötigen Eingangsportale in die Zonen zu kennzeichnen. Der Verkehrsplaner sprach von  Kosten von kaum über 100’000 Franken. Die Frage, warum denn im Budget 500’000 Franken vorgesehen seien, konnten die anwesenden Gemeinderäte nicht aus dem Stand beantworten. Michael Siegrist versprach aber eine Antwort an der Gemeindeversammlung. Kein Thema ist für die Verkehrsplaner Tempo 30 auf der Brünigstrasse sowie auf der Schorieder- und der Hofmättelistrasse.

Aus der Runde kamen Anregungen, dass man im Bereich Chlewigenstrasse die Zone ausdehnen sollte, auch die Industriestrasse sei einzubeziehen, weil dort wegen des Ausbildungszentrums Zigg sehr viele Fussgänger verkehrten. Die Idee von einer temporären 30er-Zone zu Spitzenzeiten auf der Brünigstrasse verwarf der Verkehrsplaner, weil das nicht funktioniere, da sich der Autofahrer immer neu orientieren müsse, was nun gelte. Wichtig seien klare Regeln. Es wurde auch angeregt, nicht zu vergessen, dass gewisse Strassen nicht verengt werden dürften, weil sie ja zwischendurch als Umfahrung zu dienen haben. Auf der Allmendstrasse wurde eine Verlängerung der Zone angeregt. Es gab auch kritische Stimmen zur Notwendigkeit dieser Zonen, zur Frage der Verkehrssicherheit für die Kleinsten, welche Mühe hätten, wenn sie ohne Fussgägnerstreifen auf eine Lücke in der Autokolonne warten müssten usw.

>> Verordnung über Tempo -30- Zonen

 

2 Kommentare zu "Tempo 30 für Schoried und Alpnach geplant"

  1. Flächendeckend Tempo 30? Das ist inakzeptabel!
    Im Jahre 2001 hat die Alpnacher Bevölkerung die Einführung von Tempo 30 innerorts mit 85% der Stimmen bachab geschickt. Heute steht die Gemeinde durch das Vorpreschen des Gemeinderates allenfalls davor, im Kanton Obwalden eine Pionierrolle für die Einführung von flächendeckenden Tempo-30-Zonen einzunehmen. Das sagte sinngemäss der Kantonale Verkehrsplaner, H. Woermann.

    Noch mehr regeln und überregeln?
    Trotz des Rufes nach Bürokratieabbau und der Forderung nach Deregulierung macht man in Alpnach das Gegenteil. Auf unnötige, nur Einheimische ärgernde Tempo-30 – Schikanen mit Bussenfallen, Strassenschwellen, Fahrspurverengungen mit Bäumen, Inseln, Blumentöpfen kann Alpnach verzichten. Wenn es eine Tempobeschränkung braucht, kann man diese strassenbezogen – wie z.B. in Schulhausnähe – anordnen.
    Warum sollen wir uns mit angeordneten Tempo-30-Zonen selber einschränken? Wiehert hier nicht einfach ein hysterisch gewordener Amtsschimmel? Vernunftorientiertes, angepasstes und anständiges Fahren ist hierzulande üblich. Da braucht es keine Selbstregulierung durch solche „Behördenprojekte“.

    Tempo-30-Zonen werden von “oben angeordnet“!
    Praktisch demokratiefremd ist die Anordnung einer Tempo-30-Zone. Die Bevölkerung kann erst nach Anordnung derselben auf dem Beschwerdeweg intervenieren. Wobei gleich anzumerken ist, dass solche Beschwerden selten Erfolg haben. Hier wird per Verwaltungsakt angeordnet, – Punkt!

    Steuergeld richtig einsetzen ist auch eine Führungsaufgabe!
    Zwei Millionen Steuerfranken wurden unserer Meinung nach innert kürzester Zeit unklug investiert. Der Gemeinderat muss künftig verantwortungsvoller führen. Verantwortungsvoller führen heisst auch, den BürgerInnen nicht Vorlagen zu unterbreiten, deren Kostenfolgen schwer verdaulich sind. Ohne Not ein Schulmodell zu wechseln und in der Folge mit einem Zufallsmehr von 42 (bei 59 ungültigen) Stimmen einen 1.5 Mio Anbau beschliessen lassen, – oder einem „städtischen Modetrend“ nachhängend Tempo-30-Zonen für womöglich gegen 200‘000.– – oder mehr – Franken zu initiieren, ist schlicht am falschen Ort investiert. Dabei stehen für Alpnach die Mitfinanzierung des Vollanschlusses, dringende Sanierungen und – als längerfristiges Ziel – die Zentrumsplanung an.

    Werni Birrer, Alpnach
    079 750 14 30

  2. Ich finde Tempo 30 generell gut. Wie das aussehen kann (Bäume etc.) da kann man geteilter Meinung sein. Aber warum man auf der Brünigstrasse 50km/h belassen will, ist mir nicht klar. Mein jüngerer Sohn und sein Gschpänli wurden auf dem SCHULWEG fast angefahren von einem “Idioten”, der zwei vor dem Fussgängerstreifen stehende Autos überholen musste….!! Aber Hallo, sicher braucht es DA, genau DA Tempo 30. Spielt es eine Rolle, ob die Brünigstrasse, die fast nur geradeausgeht, mit 50 oder 30 befahren wird? Nein, vom Zeitfaktor her gesehen ist das egal. Aber mit Tempo 30 halten auch die “Idioten” an wegen nierigerem Grundtempo und überholen nicht. Überlegen Sie sich das mal liebe Verkehrsplaner…….Unsere Kinder sind unsere Zukunft. Ich lebe seit 1998 in Alpnach, und das Verkehrsaufkommen DURCH das Dorf hat meines Erachtens zugenommen, mit steigender Tendenz, Tempo Diskussion hin oder her. Freundliche Grüsse

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