Blumer liebt das Tauchen, Kiser hätte Angst

Alain Blumer und Evi Kiser waren unterhaltende Gäste am 9. Alpnach persendlich in der reformierte Kirche. Die gut 80 Besucher bekamen einiges zum Lachen und Schmunzeln, hörten aber auch Nachdenkliches. Sie finden hier schon mal eine Diaschau zum Anlass, der vom Gitarrenensemble Obwalden begleitet und wie bisher immer von Karin Klapproth moderiert wurde. Ergänzter Bericht

 


Eine unterhaltsame Runde war das Gespräch mit den beiden Gästen, der “Urmutter” Evi Kiser, wie Karin Klapproth sie nannte, und dem “schon ziemlich bekannten” Alain Blumer, der deswegen auch schon bei Aeschbacher im Schweizer Fernsehen aufgetreten sei. “Alle sind komisch höflich, obwohl sie einen vorher nicht kannten”, sagte Blumer zum Phänomen öffentliche Person.

Alain Blumer erzählte viel über das Tauchen und betonte klar: “Man muss es merken, wenn es zu viel ist.” Überheblich sein sei falsch. “Und man fühlt sich beim Tauchen unter Wasser in der Dunkelheit nur dann wohl, wenn man auch persönlich ausgeglichen ist.” Sonst kämen einem allerhand Sachen in den Sinn. Das Tauchen im Roten Meer reizt ihn weniger als in heimischen Gewässern. “Man sieht ja im Fernsehen in so kurzer Zeit so viel aus diesen Ländern, wie es vor Ort gar nicht möglich wäre.”

Er erzählte auch, wie er damals mitlitt mit den im Jahr 2000 in einem U-Boot eingeschlossenen Russen. Das U-Boot sei nur in 65 Metern Tiefe gelegen und man habe es nicht öffnen können. “Das kann einfach nicht sein”, ereifert er sich noch heute. Und bei der Ölkatastrophe von BP in den USA war er im Kontakt mit den Ingenieuren vor Ort – via Dolmetscher – und sie tauschten Tipps und Ideen aus. “Das hat mich damals sehr unter den Nägeln gebrannt und ich konnte zwei Wochen fast nicht schlafen.” Er staune, wie der Mensch heute die Grenze dessen, was er noch kontrollieren könne, oft überschreite.

Durstreckte vom Alkohol weg ist “sehr hart”

Karin Klapproth sprach auch Alain Blumers frühere Schwierigkeiten mit dem Alkohol an. Dazu hat er heute eine sehr pointierte Meinung. “Es ertragen ihn nicht alle gleich gut, die einen werden fröhlich, andere agressiv oder müde.” Er befürtwortet ein hartes Vorgehen. “Man sollte – beispielsweise in der RS – einen Eignungstest machen und dann bekämen gewisse den Stempel alkohol-untauglich. Wenn man drin stecke, merke man es nicht, und allein rauszukommen, sei auch praktisch unmöglich. “Einen Führerausweisentzug von einem Monat überlebt jeder, das sollte länger dauern”, ist Blumer überzeugt. Auch ihm hat ein solcher Ausweisentzug die Motivation gegeben, vor fünf Jahren dem Alkohol Adieu zu sagen und heute erschrecke er schon, wenn er nichts ahnend Sauser mit ganz wenig Alkohol trinke. “Stell dir vor, du überfährst im Suff beispielsweise ein kleines Kind, womöglich noch das eines Kollegen.” Damit werde man ein Leben lang nicht mehr fertig. Der Weg in die Abstinenz war hart: “Die Durststrecke ist extrem lang, man muss Kollegen aufgeben, wenn es lustig wird, muss ich weglaufen, aber ich weiss, dass es mir am anderen Tag besser geht als ihnen.”

 Angst, nicht mehr aufzutauchen

Gar nichts wäre das Tauchen für Evi Kiser. “Ich hätte Angst, dass ich nicht mehr hinaufkäme”, sagte sie. Da bleibt sie lieber auf dem Boden. Sie erzählte aus dem Leben ihrer grossen elfköpfigen Familie. Wenn sie jeweils Kuchen backen wollten, holten sie beim Bäcker grosse Bleche, bereiteten den gekauften Teig und die Zutaten zu und liessen das Ganze dann beim Bäcker gegen Entgelt backen. Die gelernte Kinderkrankenschwester (“ich habe es nie bereut”) war in Alpnach als Spielgruppenleiterin tätig und zog neben ihren eigenen zwei Pflegekinder gross. “Ich betrachte sie fast als meine eigenen Kinder, die gehören zu uns, obwohl sie einen Vater mit Freundin haben.” Ihre eigenen Kinder wohnen noch bei ihr, auch die Pflegetochter, der Pflegesohn ist derzeit in der Lehre und mehr beim Vater. Doch auch er kommt oft zurück. “Ich verwöhne meine Kinder, ich backe das Zmorge und packe Znüni ein, aber wenn ich dann etwas von ihnen will, geben sie mir auch etwas zurück.”

Warum sie nicht Handarbeitslehrerin wurde

Einen grossen Lacher erntete Evi Kiser, als sie erzählte, wie sie und Mitschülerinnen einmal ihre Handarbeitslehrerin unter einem Vorwand in den Kohlekeller lockte und dort einsperrte. “Wir mussten nur immer Socken flicken, und das war uns irgendwann zu viel. Sie sei dann heimgegangen und habe es der Mutter gebeichtet und ihr gesagt, der Schulrat werde dann wohl vorbeikommen. “Ich bin doch kein Schnurpfikind”, habe sich verteidigt. Ursprünglich habe sie ja auch Handarbeitslehrerin werden wollen. Aber als sie sich überlegt habe, dass die Kinder “dann auch so tun könnten”, habe sie davon Abstand genommen.

Wünsche an die Gemeinde

Am Schluss des Gesprächs fragte Karin Klapproth die beiden nach ihrem Wunsch an die Gemeinde.

Evi Kiser forderte, “dass sie einen richtig schönen Spielplatz machen”, man könne sich ja Kägiswil als Beispiel nehmen. Dafür gabs grossen spontanen Applaus.

Alain Blumer sagte, er könne nicht verstehen, dass die Kleinsten, “unsere Goldschätze”, in Alpnach in einem Pavillon – er meinte damit die Spielgruppe – hausen müssten, auf dessen Dach bereits Gras wächst. Er erwarte, dass man besser zu ihnen schaue.

Gesprächsleiterin Karin Klapproth

Die Krux mit dem Namen. Alain Blumer heisst noch immer Alain Blumer. Auf dem Flyer für die Veranstaltung war fälschlicherweise Alain Brunner gestanden, am Gespräch am Sonntag nannte ihn die Gesprächsleiterin einmal Alain Kiser und einmal Alain Bucher. 
 
 Blumen für Alpnachstad

In einer früheren Ausgabe von “Alpnach persendlich” hatte Karin Klapproth die Idee “ein paar Kübel Farbe für Alpnachstad” aufgebracht und dafür auch “Göttis” gefunden. Konkret sei es etwa darum gegangen, dass Alpnachstad wieder mit Blumen geschmückt werde. Gemeinderätin Kathrin Dönni habe gesagt, es können nicht sein, dass man dafür Sponsoren suchen müsse, ab Frühling werde es im Stad wieder Blumen auf Kosten der Gemeinde haben, wie Klapproth am Schluss der Veranstaltung bekannt gab.

 

>> Alain Blumer bei Aeschbacher

 

 

 

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