Diskussionsloses Ja zu höherem Lohn

Michael Siegrist

Die Einwohner- und die Kirchgemeindeversammlung Alpnach haben am Donnerstag allen Geschäften diskussionslos zugestimmt. So erhalten die Gemeinderäte ab Mitte 2012 mehr Lohn – allerdings wissen sie noch nicht, ob sie auch zwei zusätzliche Ratskollegen erhalten. Die Kirchgemeindeversammlung wählte ein neues Pfarreiratsmitglied. Ferner gabs neue Infos unter anderem zum A8-Vollanschluss und zur Ortsplanung.


Das Hauptgeschäft – Erhöhung der Mitgliederzahl des Gemeinerats – war abtraktandiert worden. Die SVP hat dies an die Urne verweisen lassen (siehe unten). Wohl auch darum war der Besucheraufmarsch mit 90 Personen an der Gemeindeversammlung bescheiden. Weil nur zwei Traktanden zu behandeln waren, war sie auch nach 50 Minuten schon vorbei. Die Rechnung wurde diskussionslos genehmigt. Auch die Frage des höheren Lohns für die Gemeinderäte gab an der Versammlung nichts zu reden. Die Anwesenden quittierten das diskussionslose eigene Ja mit einem spontanen Applaus. 1998 hatte man den Lohn für ein 100-Prozent-Pensum auf 90000 Franken festgelegt. Diese Summe wurde bisher nie angepasst, zweimal sagte das Volk dazu Nein, erinnerte Michael Siegrist die Versammlung. “Heute bitten wir als Ihre Arbeitnehmer noch einmal um eine Lohnerhöhung”, sagte er und stellte die geplante Summe von 115’000 Franken in einen kantonalen Zusammenhang. Alpnach stehe damit in einem guten Umfeld im Vergleich mit den anderen Gemeinden. Der Lohn soll künftig auch mit der Entwicklung der Löhne in der Verwaltung Schritt halten.

Kein Entscheid war möglich zur Erhöhung der Anzahl Gemeinderäte. Siegrist sagte, man habe alles Interesse daran, bald Klarheit zu schaffen, wie es weitergehe, denn 2012 seien wieder Gemeinderatswahlen. Er denke, es sei auch im Sinne der Parteien, dass die Abstimmung darüber schnell stattfinde. Den Parteien hat der Gemeinderat zwei Termine vorgeschlagen, einer wäre der Termin der Nationalratswahlen im Oktober, der dürfte allerdings eher zu spät sein, weil zu erwarten sei, dass die Kandidaturen schon im Januar angemeldet werden müssten. Siegrist sagte, durch den aufgeschobenen Entscheid sei auch die Reorganisation der Verwaltung behindert, denn diese hänge stark von der künftigen Anzahl Gemeinderäte ab.

Eingangs hatte Michael Siegrist bekannt gegeben, dass man in Sachen A8-Vollanschluss auf einem guten Weg sei. Der Kanton habe einen Projektleiter bestimmt, man komme einmal pro Monat zusammen, um sich aufzudatieren, es hätten auch schon Gespräche mit dem Bund stattgefunden. Im Moment gehe es vor allem darum, Verfahrensfragen zu klären, müssten doch Gemeinde und Kanton Entscheide fällen wie etwa jenen zum Mittragen der Kosten. – In Sachen Orts- und Verkehrsplanung gebe es derzeit vor allem zwei wichtige Projekte: Tempo 30 in Wohnzonen, ein viel gehörtes Anliegen, das neben der höheren Sicherheit auch mehr Lebensqualität bringen könne. Ferner erwarte man vom Verkehrsplaner Vorschläge zur Bewirtschaftung der Parkplätze im Dorf.  “Viele öffentliche Plätze wie jene unterhalb der Kirche werden laufend von Dauerparkierern und Pendlern belegt.” Man denke allerdings nicht primär an ein Bezahlsystem, sondern eher an die Schaffung einer Blauen Zone, betonte Siegrist. – In Sachen Überlastfall kleine Schliere (Hochwasserschutz) liege ein Vorprojekt vor. Dieses sei derzeit in der Vernehmlassung bei den kantonalen Ämtern, auch stünden noch die Gespräche mit den Grundeigentümern an. Am 16. Juni findet dazu eine öffentliche Informationsveranstaltung statt.

Kirchgemeindeversammlung: Neue Pfarreirätin

Pfarrkirche

Im Anschluss fand auch die Kirchgemeindeversammlung statt. Sie dauerte ebenfalls nur eine gute halbe Stunde. Die Rechnung wurde diskussionslos genehmigt. Sie schliesst mit einem kleinen Überschuss von 119’000 Franken ab und damit wie alle anderen im Kanton besser als budgetiert, wie Finanzchef Jo Ziegler sagte. Den Hauptteil der Nettoinvestitionen von 400’000 Franken machte die Orgelrenovation aus, die mit 242’3000 Franken zu Buche schlägt – budgetiert waren 250’000 Franken. Ziegler gab überdies bekannt, dass man die Pfarrkirche inzwischen auf einen Franken abgeschrieben habe.

Für Judith Wallimann wurde neu Monika Wolfisberg-Enz in den Pfarreirat gewählt.

Zu Beginn der Versammlung hatte Kirchgemeindepräsident Daniel Albert bekanntgegeben, dass Claudia Degiacomi neu zu 100 Prozent als Pfarreisekretärin angestellt worden sei. Die 21jährige Österreicherin und Musikstudentin Theresia Summer arbeitet neu als Organistin. Nicht besetzt werden konnte vorerst die Stelle des Pastoralassistenten. Laut Albert haben sich sieben Personen beworben, vor allem Deutsche, keine Schweizer. Mit einem Bewerber wurde ein Gespräch geführt, aber er habe nicht überzeugen können. Man hoffe weiter, die Stelle bis Mitte 2012 besetzen zu können. Als Ergebnis einer Klausurtagung in Engelberg zum Thema Pfarreiliegenschaften gab Albert bekannt, dass man das Pfarramt neu in den dritten Stock des Pfarreizentrums und damit mitten ins Dorf verlegen wolle. Das hänge auch damit zusammen, dass die dortige Wohnung schwierig zu vermieten sei. Die Pfarrhelferei soll saniert und dann wieder als Wohnhaus genutzt werden, auch das Sigristenhaus soll weiterhin ein Wohnhaus bleiben.

Am Schluss der Versammlung dankte Albert unter anderem der langjährigen Betreuerin des Pfarreizentrums, Margrit Niederberger, und dem früheren Pfarreisekretär Donato Fisch für seine 21-jährige Tätigkeit im Dienste der Pfarrei. Ferner gab er bekannt, dass Sr. Yolanda Sigrist im Juli das Anstellungsverhältnis mit der Kirchgemeinde aufgebe und fünf Jahre nach dem eigentlichen Termin “offiziell in Pension” gehe. Sie werde jedoch weiterhin “ehrenamtlich und freiwillig” für die Pfarrei tätig sein. Am 9. Juli soll ihr zu Ehren ein Dankgottesdienst stattfinden.

Thomas Meli

Zum Abschluss informierte Pfarrer Thomas Meli kurz über das Projekt Zupf – Zukunft der Pfarrei Alpnach. Plakate mit bekannten Leuten hätten bereits zu intensiven Diskussionen darüber geführt, worum es dabei wohl gehe. “Mein wichtigstes Anliegen ist, das Entwicklungspotenzial  der Pfarrei herauszuspüren.” Er möchte vor allem möglichst viele Leute aller Altersstufen im Rahmen dieses Projekts miteinander ins Gespräch bringen. “Ich möchte Sie ermuntern, einladen und bitten mitzumachen.”
>> Mehr zum Thema sieben statt fünf Gemeinderäte

 

 

Kommentar hinterlassen zu "Diskussionsloses Ja zu höherem Lohn"

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: