Älplerbruderschaft rüstet sich zum Jubiläum

Bruderschaftspfleger Josef von Rotz kochte Älplermagronen für die Gäste.

Am letzten Wochenende im September feiert die Älplerbruderschaft Alpnach ihren 175. Geburtstag. Ein grosser Unterhaltungsabend mit 120 Mitwirkenden, ein grosser Umzug durchs Dorf und eine Wanderung von Alp zu Alp, mit Halbschuhen begehbar, gehören zu den Publikumshöhepunkten des Grossanlasses. Das OK lud am Mittwoch Sponsoren und Medien zu einer Kickoff-Veranstaltung samt Älplermagronen-Schmaus ein.

OK-Präsident Oski Langensand.

Äusserer Anlass für das Zusammentreffen des OKs mit den Sponsoren war die Fertigstellung der Festschrift. Erstmals in der 175jährigen Geschichte hat die Älplerbruderschaft eine solche schreiben lassen. Autor Otto Camenzind stellte am Anlass den Inhalt und den Werdegang der Schrift kurz vor und zeigte sich dabei stolz, dass das OK unter Leitung von Oski Langensand ihm diesen Auftrag erteilt hat.

Otto Camenzind zeigt seine Festschrift

Camenzind fand heraus, dass die 1834 erstmals erwähnte Bruderschaft erst seit 1856 über Statuten verfügt. 1919 fand die erste Fahnenweihe statt. In den beiden Weltkriegen fanden nicht immer Älplerkilbis statt. Seit 1956 nimmt die Bruderschaft auch Frauen auf. “Das war lange vor dem eidgenössischen Frauenstimmrecht und war eine Anerkennung dafür, dass die Frauen im Krieg zu Hause sehr viel geleistet hatten”, sagte Camenzind. “Die Aufnahme von Frauen erfolgte ohne grosse Diskussionen.” Heute sind 249 der 650 Mitglieder Frauen. Laut Camenzind, der die Protokolle der Bruderschaft aus den vergangenen Jahren durchgearbeitet hat, schrieb man in die ersten Statuten auch, man solle der Korporation unbedingt ein Bittschreiben schicken – man hatte schon in der jungen Geschichte der Bruderschaft finanzielle Probleme. Die Sammelbüchse und darauf der heilige Wendelin, einer der Schutzpatrone, zieren das Titelbild der Festschrift. Diese ist in 1000 Exemplaren erschienen und ist ab sofort für 15 Franken zu haben, ab 1. Juli auch bei den Raiffeisenbanken in Ob- und Nidwalden. Camenzind zeigte sich stolz, dass der den Auftrag für diese Schrift erhalten hat und war auch froh, dass er dafür genug Zeit bekommen habe.

“Wir sind noch nicht auf der Alp, sehen aber die Alphütte, wo wir hin wollen”, sagte OK-Präsident Oski Langensand bildlich gesprochen über die Vorbereitungsarbeiten des OKs. Er hatte der Bruderschaft sofort nach ihrer Anfrage zugesagt das Präsidium zu übernehmen und sei schon an der ersten Sitzung mit einem Konzept aufgekreuzt, sagte Älplerpräsident Oskar Flüeler. Im Verlauf der OK-Sitzungen habe das Fest “immer grössere Dimensionen” angenommen, sagte Langensand. Das Fest unter dem Motto “Läbesfräid – das träid” steht auf vier Pfeilern:

  • Alphüttenrundgang: Alle 60 Alphütten werden fotografiert und auf einem Rundgang von Alp zu Alp, im Dorf und darum auch mit Halbschuhen begehbar, zeigt im Rahmen einer Erlebnisausstellung das Leben auf der Alp heute auf.
  • Unterhaltungsabend: Am Freitag abend findet ein Unterhaltungsabend mit einem Alpaufzug statt, “etwas zwischen Festspiel und Konzertabend”, nannte es Oski Langensand. Im 1100-Personen-Zelt soll man das Älplerleben erleben können, 120 Mitwirkende und einige lebende Tiere sind mit dabei, wenn während zwei Stunden in 15 Szenen die Alpen lebendig werden.
  • Festgottesdienst: Als “Höhepunkt und eine Gelegenheit, Gott zu danken”, sieht die Bruderschaft den Festgottesdienst am Sonntag in der Pfarrkirche. Im Anschluss daran folgen ein Volksapéro und ein Bankett.
  • Umzug: Ein grosser Umzug unter dem Motto “chum und stuin” soll vor allem auch jene Leute ansprechen, die nicht mit der Landwirtschaft zu tun haben. Edwin Zumbühl war schon vor 25 Jahren für den Umzug verantwortlich und leitet ihn auch dieses Jahr. Vom Bahnhof her gehts durch die Bahnhof- und über die Brünigstrasse bis zum Kreisel. Grosse Tiere wie Kühe und ganz kleine wie Bienen sollen vorgeführt und zusammen mit den von ihnen hergestellten Produkten gezeigt werden. “Wir wollen dabei auch die modernen Seiten des Alplebens zeigen”, sagt Zumbühl.

as Fachsbodächeerli stimmte auf das Jubiläum ein.

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