Vollanschluss möglich – aber wer bezahlt?

Autobahn A8 in Richtung Luzern.

Der Bund, sprich das Bundesamt für Strassen (Astra),  hat nichts gegen einen A8-Vollanschluss in Alpnach. Das sagte Gemeindepräsident Michael Siegrist am Donnerstag an der Gemeindeversammlung. Er berief sich dabei auf Auskünfte, die er direkt beim neuen Baudirektor Paul Federer eingeholt hatte. Federer und sein Kollege Niklaus Bleiker hatten während der Vakanz im Baudepartement das Dossier Vollanschluss betreut. Doch Siegrist relativierte gleichzeitig wieder: “Ein Vollanschluss ist aus Sicht des Astra nicht erforderlich.” Darum ist die Finanzierung offen. – Weitere Themen an der Gemeindeversammlung waren die CKW-Leitung, die Departementsverteilung und die Ortsplanung.

Weil das Astra zurzeit kein Interesse mehr an einer Nutzung des Flugplatzes Alpnach als Lastwagenstauraum hat, werde sich der Bund auch nicht an den Kosten eines A8-Anschlusses in Alpnach beteiligen, sagte Siegrist. “Der Vollanschluss darf gebaut werden, muss aber selber bezahlt werden”, machte er klar. Sinnvoll wäre aus Sicht des Astra eine Koordination des Baus mit der geplanten Sanierung des A8-Teilstücks, um Kosten zu sparen. Noch im Mai will der Gemeinderat mit Baudirektor Federer das weitere Vorgehen diskutieren und im Juni ist eine gemeinsame Sitzung mit dem Astra geplant.

>> Was im November dazu gesagt wurde

Siegrist gab ferner bekannt, dass das Bundesamt für Energie die geplante Erhöhung des CKW-Hochspannungsmasten an der Schoriederstrasse von 21 auf 51 Meter abgelehnt hat.  Der Entscheid ist jedoch noch nicht rechtskräftigt. Solange die Leitung am jetzigen Ort bleibt, kann das fünfte der von der Pax Wohnbauten AG geplanten Häuser nicht erstellt werden. Gegen die Erhöhung hatten die Gemeinde und andere Einsprecher vorab wegen des Ortsbildschutzes Beschwerde geführt.

Die Departementsverteilung im Gemeinderat ergab keine Überraschung: Sibylle Wallimann übernimmt von Bernadette Halter Zeier die Bildung. Doch auf 1. Januar 2011 werden Ba, Umwelt und Sicherheit zu einem neuen Departement Bau zusammengelegt. Auf diesen Zeitpunkt hin wird Michael Siegrist das Dossier Soziales an Kathrin Dönni abgeben, das Bauwesen behält Remo Küchler. Der Rest bleibt sich gleich.

In Sachen Zentrumsplanung – im Nachgang zum Wettbewerb – will der Gemeinderat nun Gespräche primär mit den direkt betroffenen Grundeigentümern im Bereich der möglichen Dorfhalle aufnehmen. “Dabei wird sich zeigen, ob das Siegerprojekt in der Art, wie es angedacht ist, umgesetzt werden kann”, sagte Michael Siegrist vor der Versammlung. “Anschliessend ist das weitere Vorgehen natürlich auch mit unserem Finanzplan abzustimmen.” Offiziell begonnen hat schliesslich die Revision der Zonenplanung. Wie schon zuvor Sarnen, Kerns und Sachseln wird auch Alpnach dafür das Planteam S aus Sempach zur fachlichen Unterstützung beiziehen. Eine erweiterte Bau- und Planungskommission erarbeitet die Grundlagen. Ein erster Entwurf soll im Sommer 2011 zur Mitwirkung aufgelegt werden. Ende 2011 oder Anfang 2012 soll die Volksabstimmung stattfinden.


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